Die Geschwister-Scholl-Realschule soll nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung ab dem Schuljahr 2027/2028 nur noch vier Eingangsklassen bilden dürfen. Darüber berät der Bildungs- und Sportausschuss am Mittwoch, 28. Oktober, ab 17 Uhr im Ratssaal des Plettenberger Rathauses. Die Begrenzung der sogenannten Zügigkeit steht als Tagesordnungspunkt 3 im öffentlichen Sitzungsteil.
Der Ausschuss soll dem Rat eine entsprechende Empfehlung geben. Die Entscheidung des Rates ist für den 10. November vorgesehen. Anschließend wäre noch die Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg erforderlich.
Raumnot und zusätzliche Kosten
Die Verwaltung begründet den Vorschlag mit der angespannten Raumsituation und den Kosten zusätzlicher Klassen. Im laufenden Schuljahr wurden fünf Eingangsklassen aufgenommen, während im Sommer nur drei Abschlussklassen die Schule verließen. Zugleich verzögert ein Asbestfund die Sanierung des Sonderklassentraktes. Zwei zusätzliche Klassenräume mussten deshalb durch Container bereitgestellt werden.
Für einen gebrauchten und ausgestatteten Klassenraumcontainer nennt die Vorlage einmalige Kosten von rund 57.000 Euro. Hinzu kommen laufende Aufwendungen von rund 25.772 Euro jährlich je zusätzlicher Klasse mit 27 Kindern. Ohne Begrenzung rechnet die Verwaltung für 2027/2028 mit einer weiteren Übergangslösung, bei Bauverzögerungen möglicherweise auch für das folgende Schuljahr. Die gesamte Baumaßnahme soll spätestens im Sommer 2029 abgeschlossen sein.
Auch Plettenberger Kinder könnten abgewiesen werden
Eine Begrenzung könnte dazu führen, dass mehr Kinder keinen Platz an der Realschule erhalten. Schon zum laufenden Schuljahr mussten nach einem Losverfahren sechs Anmeldungen abgelehnt werden. Bei weiterhin vergleichbarer Nachfrage nennt die Verwaltung für eine Vierzügigkeit eine mögliche Größenordnung von rund 35 Ablehnungen. Sie betont allerdings, dass diese Zahl spekulativ ist und vom tatsächlichen Anmeldeverhalten abhängt.
Auch Plettenberger Kinder könnten betroffen sein. Nach Darstellung der Verwaltung müssen Bewerber aus umliegenden Kommunen ohne eigene Realschule im Aufnahmeverfahren mit Plettenberger Kindern gleichgestellt werden.
Langfristig erwartet die Stadt wegen sinkender Geburtenzahlen eine geringere Nachfrage. Zudem stellt die Vorlage eine mögliche Mitnutzung freiwerdender Realschulräume durch die Zeppelinschule zur Diskussion. Dadurch könnten bei deren Um- und Ausbau nach grober Schätzung Kosten im siebenstelligen Bereich entfallen. Ob dies organisatorisch und baulich möglich ist, müsste jedoch gesondert geprüft und politisch beschlossen werden.
Zu Beginn und am Ende des öffentlichen Sitzungsteils ist jeweils eine Einwohnerfragestunde vorgesehen.
Termin: Bildungs- und Sportausschuss, Mittwoch, 28. Oktober 2026, 17 Uhr, Ratssaal im Rathaus Plettenberg.









