Für die Verabschiedung des langjährigen, inzwischen ausgeschiedenen Ratsmitgliedes Dieter Grafe (UWG) blieb immerhin Zeit für eine kurze Dankesrede von Bürgermeister Olaf Stelse, der Grafe als „Rats-Dinosaurier“ bezeichnete und ihm einen Blumenstrauß überreichte. Grafe sagte: „Ich bin es nie leid geworden, Politik zu machen“ und schloss mit den Worten: „Jetzt ist aber auch gut.“

Anschließend ging es – bei weit über 20 Tagesordnungspunkten wunderte es nicht – im Staccato-Stil durch die Tagesordnung.
Es wurde zur Kenntnis genommen, umbesetzt, verwiesen oder – meist einstimmig – beschlossen und auch die Lenkungsgruppe „Innenentwicklungskonzept Kierspe Dorf“ gebildet und benannt.
Der Entwurf der Haushaltssatzung und des Haushaltsplanes für das Haushaltsjahr 2023 wurde „wegen fehlender Daten“ vertagt. Stattdessen fand ein kurzfristiger Beschlussvortrag des Bürgermeisters und somit der Verwaltung Eingang in die Tagesordnung. Dabei ging es um die Verwendung der Gelder aus der Billigkeitsrichtlinie.
Diese sollten laut Beschlussvorschlag „für die Lüftungssteuerung der Sporthalle der Gesamtschule und die Dachzentralen der Gesamtschule verwendet“ werden. In der Begründung heißt es „Die Steuerungen der Lüftungsanlagen in der Sporthalle und den beiden Dachzentralen der Gesamtschule sind veraltet und können nicht mehr angesteuert werden … Durch die Möglichkeit einer Steuerung auf Teillastbetrieb ergeben sich Möglichkeiten zur Energieeinsparung zwischen 20 und 25 Prozent. Die Kosten für die Sporthalle belaufen sich auf ungefähr 52.500 Euro. Die Kosten für die Dachzentralen belaufen sich auf ungefähr 25.000 Euro. Durch die Verlängerung der Billigkeitsrichtlinie für kommunale Klimaschutzinvestitionen stehen der Stadt Kierspe erneut 52.638,32 Euro zu … Der Restbetrag wird aus den laufenden Haushaltsmitteln gedeckt.“
Mit dieser neuen Beschlussvorlage wurde eine längere Diskussion losgetreten, bei der es vornehmlich um die Verwendung der Gelder ging.
So warb die UWG etwa dafür, die Summe im Sinne des Umweltfonds – der wurde ebenfalls auf Betreiben der UWG im September 2019 beschlossen – den Kiersper Bürgern zugute kommen zu lassen. Steffen Wieland (UWG) wies etwa darauf hin, dass dies „ein guter Schritt“ sei. So sei auch eine andere Verwendung der gut 52.000 Euro vorstellbar, etwa für eine Finanzierung der Trinkbrunnen – hier lag ein Antrag der SPD vor – für die Stadt. Bei einer geschätzten Summe von 5000 Euro könnten die restlichen Mittel in Klimaschutzmaßnahmen fließen, von denen alle Bürgern profitieren könnten.
Nach vielem Für und Wider schlug Bürgermeister Olaf Stelse schließlich einen Kompromiss vor. Demnach könnten 25.000 für die Dachzentrale der Gesamtschule genutzt werden und die restlichen 27.000 Euro sollen in den Umweltfonds fließen. Dabei wäre auch die Verwendung von 5000 Euro für die Wasserbrunnen denkbar. Dabei müsse aber noch geprüft werden, ob die Brunnen förderfähig seien. Der Kompromissvorschlag wurde – nach einer von den Grünen beantragten Besprechungspause – einstimmig angenommen.









