Der Neujahrsempfang der Stadt Plettenberg fand am Freitag, 16. Januar, im Ratssaal statt. Bürgermeister Ralf Beßler hatte dazu die Plettenberger Bevölkerung, insbesondere alle Ehrenamtlichen, eingeladen.
Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Neujahrsempfang 2026 in einem etwas kleineren Rahmen durchgeführt. Daher auch der Umzug von der Aula des Gymnasiums in Böddinghausen in den Ratssaal des Plettenberger Rathauses. Die Wertschätzung der Ehrenamtlichen stand allerdings weiterhin im Mittelpunkt.
Ein zentraler Punkt der Veranstaltung war die Verleihung des Heimatpreises der Stadt Plettenberg. „Bitte bedenken Sie, dass wir an diesem Abend gezielt das Ehrenamt in den Fokus stellen und daher den Vertreterinnen und Vertretern der Vereine, Verbände und Organisationen aus der Stadt Plettenberg bei der Teilnahme einen gewissen Vorzug einräumen möchten“, hatte die Stadtverwaltung bereits in ihrer Einladung geschrieben.
Den Auftakt und die weitere musikalische Begleitung des Abends lag in den Händen der Jazzcombo der Musikschule Lennetal. Die Mitglieder der Combo, Sandra Fricke (Alt- und Tenorsaxophon), Björn Heimann (Klavier), Sebastian Hoffmann (Kontrabass) und einer ihrer Schüler, Benedikt Wilmes (Schlagzeug), überzeugten mit ihren dargebotenen Musikstücken.
Bürgermeister Ralf Beßler ergriff das Wort und begrüßte nochmals alle erschienenen Gäste, die er bereits im Foyer des Ratsaales mit Handschlag willkommen geheißen hatte. Ein besonderer Gruß ging an die Landtagsabgeordnete der FDP, Angela Freimuth, sowie den aus Plettenberg stammenden stellvertretenden Landrat Wolfgang Rothstein (SPD).
Ein Rückblick auf das Jahr 2025 und ein Ausblick auf das Jahr 2026 waren die zentralen Punkte der Rede des neuen Plettenberger Bürgermeisters. Darin fand Ralf Beßler lobende Worte zu einer Infoveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung. Weitere Themen waren der Spatenstich am Feuerwehrgerätehaus in Ohle sowie die Anschaffung von drei neuen Fahrzeugen für die Feuerwehr, die Beendigung des Großprojektes „Sanierung Herscheider Straße“ und der Start des Maiplatzumbaus.
Die Familienfreundlichkeit der Stadt habe sich laut Beßler im vergangenen Jahr an und in mehreren Punkten gezeigt, unter anderem an der Eröffnung der Kita Wasserwunder in Böddinghausen: "Dadurch konnte erstmals allen Kinder ein Kita-Platz angeboten werden." Auch die Beendigung der Veranstaltung "Wir gewinnt!“ mit dem Abschluss eines kunterbunten Familiennachmittags und der Generationen- und Familientag hätten hier deutliche Zeichen gesetzt. Zudem erwähnte Beßler das Jubiläum 25 Jahre „Plettenberger Runde“, ein Netzwerk der Kindertagesstätten, der Familienzentren und Schulen mit dem Jugendamt und vielen Akteuren mehr. Er lobte das bunte Familienfest zum Weltkindertag in Zusammenarbeit mit dem Offenen Treff Eschen, dem Burgtreff und weiteren Institutionen und Vereinen und die Zertifizierung der Kita Himmelmert zur Naturpark-Kita.
Zahlreiche Angebote für Senioren
Für die mittleren und älteren Generationen hob Beßler die Durchführung eines Seniorenspaziergangs und eine besonders enge Kooperation zwischen der Seniorenvertretung und der Stadtverwaltung mit Seniorenfrühstück und 3K (Kaffee, Kuchen, Kino) sowie der Organisation von Infoveranstaltungen hervor. Der Bürgermeister dankte der ehemaligen Vorsitzenden Dörte Kaul-Hentschel für die geleistete Arbeit.
Ralf Beßler erwähnte besonders lobend das Gesundheits- und Pflegenetzwerk Plettenberg-Herscheid. Dieses Netzwerk habe den neuen Wegweiser „Gut informiert älter werden“ in gedruckter Form mit tatkräftiger Unterstützung beider Kommunen sowie des Lions-Hilfswerks Plettenberg im Dezember auf den Weg gebracht.
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Der Bürgermeister erinnerte an sein Wahlversprechen zur Kommunalwahl 2025, das Rathaus offen und bürgernah zu gestalten – ein Versprechen, das inzwischen umgesetzt sei. Gleichzeitig dankte er allen Mitarbeitenden der Stadt für ihren unermüdlichen Einsatz, auch unter schwierigen Bedingungen, bevor er einen Ausblick auf das Jahr 2026 gab.
Als größte Schwierigkeit bezeichnete er die finanzielle Lage der Stadt. „Die Kreisumlage schnürt uns regelrecht die Luft zum Atmen ab“, so Ralf Beßler. Diese schwierige Situation sei nur gemeinsam, miteinander und auf Augenhöhe zu stemmen. Als wichtige Themen für das laufende Jahr nannte er die Sanierung der Ebbetalstraße, die Sanierung der Geschwister-Scholl-Realschule, die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes und Online-Gesprächsrunden mit dem Kämmerer und der örtlichen Industrie, dem Gewerbe, dem Handwerk und dem Handel. Ziel sei die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Stadt.
Blick in die Zukunft
Zum Abschluss seiner Rede sprach der Bürgermeister über den Wandel in der Gesellschaft. Der Blick in die Zukunft falle vielen schwer, Zweifel nähmen zu, Vorsicht werde zur Grundhaltung und Begeisterung oft kritisch betrachtet. Statt Neugier stehe häufig der Wunsch nach Absicherung im Vordergrund, statt Vertrauen das ständige Abwägen.
Diese Entwicklungen seien nicht nur auf nationaler Ebene spürbar, sondern zeigten sich auch täglich in den Kommunen. Mit Blick auf Plettenberg betonte der Bürgermeister, dass dort, wo Nachbarschaft noch gelebt werde und Menschen füreinander da seien, Veränderungen gemeinsam mit der Bevölkerung möglich seien. Zum Beginn des neuen Jahres sprach er den Wunsch aus, mit offenem Herzen und einer klaren Haltung zur Demokratie gemeinsam voranzugehen: „Die Zukunft darf nicht den Lautesten überlassen werden, sondern kann nur gemeinsam gestaltet werden“, endete die Rede zum Neujahrsempfang.
Im Anschluss wurde der diesjährige Heimatpreis verliehen. Die Auszeichnung wird vom NRW-Heimatministerium mit insgesamt 5000 Euro gefördert. Vorschläge für die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus der Plettenberger Bevölkerung. „Ein Preis von der Bevölkerung für das Engagement aus der Bevölkerung“, erklärte Ralf Beßler.
Angesichts von rund 150 Vereinen und Gemeinschaften in Plettenberg fiel die Auswahl nicht leicht. Nach intensiven Beratungen entschied sich der Rat der Stadt schließlich für zwei Vereine und eine Einzelperson als diesjährige Preisträger.
Platz 3: Peter Opitz
Ob als Geschäftsführer und Übungsleiter im Plettenberger Turnverein, als Fitnesscoach für Senioren im Matthias-Claudius-Heim oder als beliebter Nikolaus: Peter Opitz bringe Kinder zum Lachen, schenke älteren Menschen Halt und Motivation: "Sein Ehrenamt ist kein Hobby — es ist eine Lebenshaltung", hieß es in der Laudatio. Dieser Mann sei "ein Macher" und so gebühre ihm der dritte Platz beim diesjährigen Heimatpreis, dotiert mit 1000 Euro. Hocherfreut nahm Peter Opitz die Auszeichnung entgegen.
Platz 2: Angelclub Forelle Eiringhausen
Wer meint, dass ein Angelclub sich nur ums das Angeln kümmert, sieht sich getäuscht. Die Mitglieder kümmern sich um das Gewässer, aber auch um die Menschen und die Natur. Die Reinigung der Lenne, die Vorbereitung von Seminaren zur Fischerprüfung, aber auch die Durchführung des Räucherfestes am Vereinsheim sind nur einige Punkte der jährlichen Agenda des Vereines. Der AC Forelle Eiringhausen vereine in seinem Wirken ökologische Verantwortung, gesellschaftliches Engagement, Bildungsarbeit und die Pflege regionaler Traditionen auf vorbildliche Weise — und für dieses Engagement gab es den zweiten Platz beim diesjährigen Heimatpreis, dotiert mit 1500 Euro. Der Vorsitzende, Jörg Müller, nahm den Preis dankend entgegen.
Platz 1: SGV-Abteilung Eiringhausen
In seiner Laudatio bezeichnete Ralf Beßler die SGV-Abteilung als einen „Leuchtturm des Ehrenamtes dieser Stadt“. Seit 1928 seien dort sprichwörtlich „die Sieben-Meilen-Stiefel angezogen“ worden. Dabei beschränkten sich die Aktivitäten nicht nur auf das heimische Gebiet, sondern führten die Mitglieder auch zu Zielen wie Balve, Nordhelle oder Kleinwalsertal – dort „geht was“, sagte der Bürgermeister mit einem Lächeln.
Der Verein zeige große Kreativität bei seinem Angebot: Dazu zählten unter anderem Frauenwanderungen, Hüttenabende, Heringsstipp-Essen, Wanderfreizeiten, Waffelbacken und vieles mehr. Sogar ein Glühweintaxi zur Jahresabschlusswanderung werde organisiert. Auf dem Programm standen außerdem der Besuch der Ausstellung „Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen sowie ein Erste-Hilfe-Kurs mit dem Schwerpunkt „Outdoor“. Um auch junge Menschen zu erreichen, bastelt der Verein mit der Jugend Nistkästen für Fledermäuse. Ein Social-Media-Lehrgang und ein moderner Internetauftritt runden das Angebot ab und werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Für dieses umfangreiche Engagement überreichte der Bürgermeister der anwesenden Vorsitzenden der SGV-Abteilung Eiringhausen, Petra Sulitze, unter großem Beifall der Gäste den mit 2500 Euro dotierten Preis.
Damit endete der offizielle Teil des Abends. Die Jazzcombo der Musikschule Lennetal, die an diesem Abend ehrenamtlich auftrat, sorgte jedoch noch für weitere musikalische Höhepunkte. Anschließend bestand für alle, die Zeit und Interesse hatten, die Möglichkeit, den Abend bei einem geselligen Beisammensein in der Cafeteria ausklingen zu lassen.










