Ennepetal. Ein schwerer Verkehrsunfall hat in der Nacht zu Sonntag, 21. Juni, in Ennepetal einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. Gegen 0.49 Uhr kam ein Pick-up in einem Wohngebiet von der Fahrbahn ab, durchbrach mehrere Zäune, riss einen Strommast um und landete schließlich in einem Vorgarten. Neun Jugendliche wurden verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll der junge Fahrer kurz vor dem Unfall im Gegenverkehr einen Streifenwagen bemerkt haben. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass er daraufhin stark beschleunigte. Wenige Augenblicke später verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug.

Bild der Verwüstung

Die Feuerwehr erreichte die Einsatzstelle nach einem automatischen Notruf über das E-Call-System. Vor Ort zeigte sich ein massives Schadensbild: „Ein SUV stand etwa zwei Meter höher als das normale Straßenniveau in einem Vorgarten“, schildert Björn Windhöfel, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Ennepetal. „Ausgerissene Strommasten, niedergemähte Zäune und Schilder – das war unser erster Eindruck.“

Bei seiner Unfallfahrt riss der Pick-up Zäune, ein Straßenschild und einen Strommasten um.
Foto: Alex Talash

Die Insassen hatten das Fahrzeug bereits verlassen, als die ersten Kräfte eintrafen. Acht Jugendliche erlitten leichte Verletzungen, eine Person wurde mittelschwer verletzt. Rettungskräfte versorgten alle Betroffenen und brachten sie in umliegende Krankenhäuser. Lebensgefahr bestand nach ersten Erkenntnissen nicht.

Stromausfall für Dutzende Haushalte

Durch die Wucht des Aufpralls zerstörte der Pick-up einen Strommast. Rund 40 Haushalte sowie ein landwirtschaftlicher Betrieb verloren dadurch mehrere Stunden lang die Stromversorgung.

„Die AVU als zuständiger Energieversorger war schnell vor Ort und hat die Reparaturarbeiten aufgenommen“, erklärt Windhöfel. Der betroffene Bauernhof konnte den Ausfall dank eigener regenerativer Energieversorgung und eines Akkusystems überbrücken.

Ermittlungen laufen

Zur Klärung des genauen Unfallhergangs zog die Polizei ein spezialisiertes Verkehrsunfallaufnahmeteam hinzu. Dem Fahrer entnahmen die Beamten eine Blutprobe. Die Ermittlungen dauern an. Die Höhe des Sachschadens steht derzeit noch nicht fest.