Die Notfallseelsorge in Plettenberg besteht seit 25 Jahren und sucht dringend neue Ehrenamtliche. Das Team begleitet Menschen nach Unglücken – doch die Aktiven sind im Schnitt fast 70 Jahre alt. Das Jubiläum wird am 19. April gefeiert.
Seit ihrer Gründung unterstützt die Notfallseelsorge Betroffene nach schweren Ereignissen sowie Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei. Träger sind die Kirchen, organisatorisch ist der Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Plettenberg zugeordnet. Das Einsatzgebiet umfasst auch Herscheid.
Erste Hilfe für die Seele
„Wir leisten erste Hilfe für die Seele“, sagt Ulrike Schäfer, die seit 2008 ehrenamtlich dabei ist. Die Einsätze seien belastend und vielfältig: „Wir begleiten die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten, sind nach Unfällen vor Ort oder wenn Menschen plötzlich allein zurückbleiben.“
Die Helfer könnten die Situation nicht verändern, erklärt Schäfer, „aber wir sind da.“ Genau das mache den Unterschied: Zuhören, aushalten, Struktur geben. Im Notfallrucksack liegen dafür einfache Dinge wie Kerzen, Handschmeichler oder Kuscheltiere. „Am wichtigsten sind Ansprache und Beistand.“
Helfer sind jederzeit abrufbar
Die Zahlen wirken überschaubar: In 25 Jahren wurden 232 Einsätze dokumentiert. Doch die Bereitschaft gilt rund um die Uhr. „Wir sind jederzeit abrufbar“, sagt Schäfer. Im vergangenen Jahr gab es neun Einsätze, in diesem Jahr bereits fünf.
Aktuell engagieren sich elf Ehrenamtliche. Doch die Struktur gerät unter Druck. „Wir sind das Pflaster für die Seele – aber jetzt brauchen wir selbst Hilfe“, sagt Schäfer. Der Dienst könne nur bestehen bleiben, wenn neue Kräfte dazukommen.
Gesucht werden Frauen und Männer mit Einfühlungsvermögen, seelischer Stabilität und der Bereitschaft, Menschen in Ausnahmesituationen zu begleiten. Neue Ehrenamtliche werden umfassend vorbereitet: Die Ausbildung dauert etwa ein halbes Jahr, findet in Iserlohn statt und wird von den Kirchen finanziert.
Dankgottesdienst zum Jubiläum
Das Jubiläum der Notfallseelsorge in Plettenberg wird am 19. April mit einem ökumenischen Dankgottesdienst in der Johanniskirche in Eiringhausen gefeiert. Pfarrer Uwe Brühl, selbst Notfallseelsorger der ersten Stunde in Plettenberg, gestaltet die Feier. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr. Im Anschluss findet ein Empfang in der Kirche statt.
Ein Angebot für alle
- Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen für alle Menschen unabhängig von Konfession und Religion.
- Die regionale Notfallseelsorge ist Teil der ökumenischen psychosozialen Einsatzstrukturen im Märkischen Kreis und Umgebung. Sie ist ein zum größten Teil ehrenamtlicher Dienst, bei dem ausgebildete Personen Menschen in Krisensituationen psychosozial und seelsorglich unterstützen.
- Notfallseelsorge ist überkonfessionell und stellt immer den Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder Weltanschauung in den Mittelpunkt.
- Die Notfallseelsorge ist ein freiwilliges Angebot – sie drängt sich hilfebedürftigen Menschen nicht auf. Jeder ist frei, den Dienst der Notfallseelsorge anzunehmen oder zurückzuweisen. Quelle Stadt Plettenberg









