Parteiarbeit wird so oft wie falsch mit dem Begriff „Hinterzimmer“ abgestempelt. Die andere Sicht der Dinge ließ am Sonntag, 25. Januar, die CDU Herscheid mit ihrem Neujahrsempfang erkennen. Die Partei präsentierte mit dem fast 20-jährigen David Hietsch eine junge Nachwuchskraft, die mit einer eindrucksvollen Rede für Aufmerken bei den Zuhörern sorgte. Die Ortspartei als Talentscout und als Nukleus politischer Basisarbeit wurde erkennbar.
David Hietsch aus Plettenberg ist schon seit etlichen Jahren aktiv und beweist sich als politisches Talent. Als 16-Jähriger war er in den Jugendlandtag eingeladen, ist aktuell Vorsitzender der Jungen Union Plettenberg-Herscheid, ist seit einigen Wochen Bundesgeschäftsführer der Schüler- und Auszubildendenvertretung „SU – Schüler-Union“, deren Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen er bereits war. Hietsch absolviert beruflich wie bildungstechnisch ein duales Studium.
In Herscheid richtete er sich mit einem eindringlichen Appell an die Gäste des Neujahrsempfangs. Er buchstabierte das politische Alphabet und richtete den Scheinwerfer auf das „C“ der CDU. Er verknüpfte geschickt die Jahreslosungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus dem vergangenen und diesem Jahr. 2025 lautete die Losung „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thessalonicher 5,21). Die Losung für 2026 lautet „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ aus der Offenbarung des Johannes (21,5). Hietsch destillierte aus beiden Offenbarungen einen Handlungsauftrag für die Union — nämlich den, mit prüfendem Blick das Gute im Gemeinwesen zu bewahren, neue Aufgaben beherzt anzugehen, in allem Handeln auch auf dem christlichen Wertekanon zu fußen.
Zuvor hatte Ortsunionsvorsitzender Thomas Hartung die Gäste des Neujahrsempfangs willkommen geheißen und sich an der bodenständigen Struktur der Zusammenkunft erfreut. An hübsch geschmückten Tischen saßen die Gäste; Hartung erwähnte besonders den selbstgebackenen Kuchen, der von CDU-Mitglieder kredenzt wurde.
Hartung blickte zurück auf ein erfolgreiches Wahljahr 2025, in dem die Union auf Ortsebene ein Ratsmandat hinzugewonnen hatte und begrüßte als Ehrengäste die spätere Festrednerin Caroline Bosbach, Landrat Ralf Schwarzkopf („In Herscheid 60 Prozent der Stimmen“) und Bürgermeister Uwe Schmalenbach („Weit über 80 Prozent. Viele wären froh, ihn in ihren Reihen zu haben, aber er ist parteilos“).
Der Ortsunionsvorsitzende grüßte die später zu würdigenden Ehrenamtlichen aus dem Seniorenheim, die Wegbegleiter („Die stillen Helden seit über 25 Jahren“) und hob besonders den im Saal erkennbaren „Dialog zwischen den Generationen“ hervor. Hartungs Gruß galt der Senioren-Union mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Weyland („Sie stehen für Lebenserfahrung“) und der Jungen Union mit David Hietsch („Das ist die Stimme der Zukunft“).
Eine Spendenbox werde herumgehen, kündigte der Parteivorsitzende an; der Inhalt werde zu gleichen Teilen an die hilfreichen Pfadfinder gehen und für den Kauf von Karten für das Freibad verwendet. Diese Karten gingen dann an das Jugendzentrum Herscheid. Die JZ-Leitung könne diese nach eigenem Gusto und Ermessen an Jugendliche ausgeben und diesen damit im Sommer einen Badbesuch ermöglichen.
In einer Welt, „die vom Umbruch geprägt ist“ und in der Großmächte den Ton angäben, in einer Zeit wirtschaftlicher Anspannung und Unsicherheit im Mittelstand warb Hartung für eine Politik, die verbinde statt spalte, wünschte sich „Zusammenhalt in einer vielfältiger werdenden Welt“. Er wärmte sich am großen Engagement der vielen Ehrenamtler in Herscheid, die auch 2025 in allen Disziplinen Einsatz gezeigt hätten. Dafür bedankte er sich im Namen der CDU Herscheid, um später mit den „Wegbegleitern“ eine Leuchtturm-Gruppe mitmenschlich wirkender, ehrenamtlicher Arbeit auszuzeichnen.









