Am Fichtenstamm pappen noch Reste der Rinde, zwei Aluminiumringe erinnern an Klebestreifen, die Insekten aufhalten sollen. Stilisierte, stark vergrößerte Borkenkäfer kleben am Stamm unterhalb der Krone, die an einen Käfig erinnert. „Aluminium trifft Borkenkäfer“ heißt der Scheuerpfahl. Am Dienstag, 19. Juli, weihte die Dienstagswandergruppe der Kierspe SGV-Senioren den Stamm ein.
Damit knüpfen die Senioren an die Aktion des Halveraner Kunstvereins VAKT an, der 20 Scheuerpfähle als Kunstobjekte entlang des Wanderweges X 20 im Volmetal aufgestellt hatte. Anders als das öffentlich geförderte Projekt haben die Wanderer ihren Pfahl „zusammengeschnorrt“, wie Wegewart Dieter Baukloh durchblicken ließ. Bereits vor zwei Jahren hatte Baukloh bei VAKT angefragt, ob die Wanderer sich mit einem eigenen Scheuerpfahl der Aktion anschließen könnten.
Die Corona-Pandemie bremste das Projekt dann erstmal aus. Realisiert wurde der Pfahl ohne Fördermittel, aber nicht ohne Hilfe, so Baukloh. Landwirt Reiner Grafe stellte den Pfahl – einen etwa vier Meter langen Fichtenstamm – zur Verfügung und bot logistische Unterstützung. Die Mitarbeiter des Kiersper Bauhofs stellten das Objekt auf. Landwirt Christoph Klose stellte sein Grundstück in der Nähe des Funkmasten zur Verfügung und die Auszubildenden der Firma Otto-Fuchs in Meinerzhagen gestalteten die Metall-Elemente.

Puppenmacherin Silvia Baukloh steuerte die stilisierten Borkenkäfer bei. Entstanden war die Idee spontan auf einer Wanderung. Die Schäden durch den Käferfraß mit der Folge des Baumsterbens seien überall sichtbar gewesen, erinnerte Baukloh. „Daraus müsste man was machen können“, meinten die Senioren. Dem Arbeitstitel „Aluminium trifft auf Borkenkäfer“ folgte die praktische Umsetzung: „Irgendwas zu versuchen, wie man den Borkenkäfer bekämpfen kann“.
Vielleicht mit Aluminium: Der Gedanke führte schnell zu dem Meinerzhagen Alu-Spezialisten. Ausbilder Stephan Icks nahm die Anregung auf: Wenn es um gemeinnützige Sachen gehe, unterstütze die Lehrwerkstat gerne Projekte in der Umgebung. Dieter Grafe, selbst Waldbesitzer und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, fand es ebenfalls gut, auf das Problem des Waldsterbens aufmerksam zu machen.
„Eigentlich sollte der Pfahl als Mahnmal an der L 528 stehen“, skizziert er die Überlegungen. Der jetzige Standort – zwischen Wanderparkplatz Dürener Haus und Wienhagener Turm – „bietet den Vorteil, dass hier viele Leute her gehen.“ „Wir freuen uns, dass der Pfahl hier steht“, bestätigt Dieter Baukloh. Er sei gleichermaßen ein Kunstwerk, erinnere an die Borkenkäfer, aber diene bei der Nähe zur Weide auch als Scheuerpfahl in eigentlichem Sinne, an dem Vieh sich schubbern könne.
Die Überlegungen gehen bereits weiter in die Richtung „ob man nicht mehr daraus machen könnte“. Dem Wegewart schweben ein Kunst- oder Skulpturenpfad vor. Klar ist ihm auch: „Dafür braucht man Fördermittel.“ Aber ein Anfang ist gemacht. Und den Kunstverein in Halver freut es, dass seine Aktion so gut ankommt und Nachahmer findet.









