Die steigende Waldbrandgefahr erfordert es, die Versorgung mit Löschwasser im Auge zu behalten. Mancher entlegener Ortsteil verfügt schlicht nicht über ausreichend dimensionierte Frischwasserleitungen, um bei größeren Bränden genügend Löschwasser zur Verfügung zu stellen.
Obgleich diese Ernstfälle hoffentlich nie eintreten, muss Vorsorge getroffen werden. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Donnerstag, 14. Juli, ein Löschwasserbehälter zwischen „Loh“ und „Berkenbaum“ in der Erde versenkt. Ein weiterer wird in etwa zwei Wochen im Bereich „Auf der Mark“ installiert. In beiden Fällen unterirdisch. Dort sind die Kolosse gut aufgehoben.
18 Meter lang ist der am Loh eingelassene Löschwasserbehälter und bei einem Durchmesser von rund drei Meter hat er ein Fassungsvermögen von 113.000 Litern. Ein schwerer Autokran hievte das Ungetüm vom Sattelschlepper in die rund 3,50 Meter tiefe Grube. Nicht immer verlaufen solche Aktionen reibungslos, doch die beteiligten Monteure hatten die tonnenschwere Last gut im Griff. Natürlich ist der gelungene Ablauf kein Zufall, sondern das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung: So musste unter anderem sichergestellt werden, dass der aus Olpe angereiste Autokran festen Boden unter den Stützen vorfindet.

Ein Detail verrät dem aufmerksamen Beobachter die Versorgungslage in dem Gebiet. Kein Wasserrohr mündet in den Tank, auch Regenwasser kann nicht zum Befüllen verwendet werden. Somit ist klar: Bei einem ausgedehnten Brand kann die Löschwasserversorgung heikel werden. Um den Tank zu befüllen, muss die Feuerwehr selbst mit Tanklöschfahrzeugen Wasser anliefern und bekommt angesichts der Kapazität nochmals vor Augen geführt, wie sehr der Tank im Ernstfall helfen kann. Christian Schwanke, Pressesprecher der Kiersper Feuerwehr, beziffert die Wassermengen, die die Feuerwehrfahrzeuge an Bord haben: „Unser Fahrzeug mit dem größten Löschwassertank fasst 4000 Liter“. Somit muss selbst das „TLF 4000“ 28 mal pendeln, um den Tank vollständig zu befüllen. Umgekehrt werden im Notfall genauso viele Fahrten im Pendelverkehr eingespart.
Mit dem Befüllen konnte die Feuerwehr noch am Tag der Montage loslegen, erklärt Helmut Heidemann. Dadurch würde der Tank mehr Gewicht bekommen, und so bei den weiteren Bauarbeiten Standfestigkeit gewinnen. Der Sachgebietsleiter „Tiefbau“ im Kiersper Rathaus stellt allerdings auch klar: „Das Wasser steht ausschließlich für die Feuerwehr zur Verfügung“. Eine anderweitige Nutzung, selbst zum Bewässern von durch Dürre bedrohten Äckern, ist absolut tabu. Aus diesem Blickwinkel betrachtet wirkt die Bereitschaft der jeweiligen Grundstücksbesitzer, Ackerfläche für die Anlage zu opfern, selbstlos. Benötigt werden jeweils mehrere hundert Quadratmeter, auf denen etwa Stellflächen für Feuerwehrfahrzeuge angelegt werden.
Die Stadt Kierspe verfügt bereits über diverse Löschwassertanks, aber wohl noch nicht genug. Aus diesem Grund wird in rund zwei Wochen in einem ähnlichen Projekt ein weiter Vorratsspeicher dieser Art angelegt.










