Seit der Flutkatastrophe im Juli 2021 ist das Frei- und Hallenbad in Altena-Dahle geschlossen. Neue Vorplanungen zeigen nun: Eine Sanierung wäre deutlich aufwendiger und teurer als ursprünglich angenommen. Die Stadtverwaltung spricht von „teils ernüchternden Erkenntnissen“, die aber zugleich „einen klaren Weg in Richtung Ersatzneubau“ weisen.
Sanierungskosten stark gestiegen
Fachplaner hatten die Schäden im Detail untersucht und festgestellt, dass sowohl die technische Infrastruktur als auch das Tragwerk stärker betroffen sind als zunächst angenommen. Zusätzlich verschärfen neue gesetzliche Vorgaben zum Hochwasser- und Klimaschutz sowie gestiegene Baupreise die Situation.
„Eine erste Machbarkeitsstudie wies seinerzeit Sanierungskosten im mehrfachen Millionenbereich aus und dies sollte als Basis für weitere Planungen dienen“, erklärt Stadt-Pressesprecher Hanno Grundmann. Die Ausschreibungen zu diesen Planungen hätten jedoch drei Mal veröffentlicht werden müssen, bis sie zum Erfolg führten und entsprechende Planungsbüros beauftragt werden konnten.
„Inzwischen liegt die aktuelle Kostenschätzung für eine reine Sanierung bei rund dem Zweieinhalbfachen der ersten Machbarkeitsstudie“, so der Pressesprecher. Hinzu kämen Risiken durch unvorhersehbare Probleme während der Bauphase. „Bei jeder Sanierung können zusätzliche Schwierigkeiten auftreten, die weitere Kostensteigerungen nach sich ziehen.“
Neubau bietet klare Vorteile
Vor diesem Hintergrund rückt ein kompletter Ersatzneubau in den Fokus. Dieser gilt als besser planbar, sowohl in Bezug auf Kosten als auch Bauzeit. Zudem lässt sich moderne Technik für Hochwasser- und Starkregenschutz effizient integrieren.
Die Stadt Altena zieht einen anschaulichen Vergleich: „Die Sanierung ist wie ein Flicken am Fahrradreifen — der Neubau dagegen ein neues Rad auf dem Stand der Technik.“ Ein weiterer entscheidender Punkt: Die Planer gehen davon aus, dass ein Neubau zwei bis vier Millionen Euro günstiger ausfallen könnte als eine Sanierung.
Unterstützung durch Fördergeber
„Wo es Fördermittel gibt, muss die Fördermittelgeberin aber auch mitspielen“, meint die Stadtverwaltung. Laut Grundmann habe es seitens der Bezirksregierung Arnsberg bereits ein positives Signal für den Kurswechsel gegeben: „Sie spielt mit und unterstützt einen Ersatzneubau, allein schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit.“ Ein erster Entwurf für den Ersatzneubau liege bereits vor. Zwar stünden voraussichtlich weitere Ausschreibungen an, Verzögerungen im Gesamtprozess erwarte die Stadt Altena jedoch nicht. „Am Ende soll ein optimal nutz- und bewirtschaftbares Frei- und Hallenbad Dahle stehen, auf das wir alle stolz sein können", erklärt die Verwaltung.








