Die Stadt Lüdenscheid schließt aufgrund sinkender Kinderzahlen und einer deutlich geringeren Nachfrage nach Betreuungsplätzen mehrere Kita-Gruppen vorübergehend. Wie die Stadtverwaltung im Jugendhilfeausschuss mitteilte, bleiben für das Kindergartenjahr 2026/2027 zahlreiche Plätze unbesetzt. Insgesamt sollen daher 95 Kita-Plätze wegfallen.
Nach Jahren des Ausbaus verfügt die Stadt inzwischen über eine vollständige Kita-Versorgung. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein deutlicher Rückgang bei den Anmeldungen, insbesondere im U3-Bereich. Während die Anmeldequote für Kinder unter drei Jahren in Nordrhein-Westfalen zuletzt bei 34,5 Prozent lag, erreichte sie in Lüdenscheid lediglich 25 Prozent. Bereits im Frühjahr hatten Verwaltung und Träger vor möglichen Kürzungen gewarnt.
Rund 200 Plätze nicht belegt
Nach Angaben der Stadt waren zuletzt rund 200 Kita-Plätze nicht belegt. Die beschlossenen Kürzungen betreffen die Kitas Kinderinsel, DRK-Kita Lösenbach, Awo-Kita Bunte Kluse und DRK-Kita Am Stadtpark. Die Maßnahmen sind zunächst auf ein Jahr begrenzt. Darüber hinaus werden durch die Schließung der Spielgruppe Spielmäuse sowie eine Reduzierung der Kindertagespflege weitere Plätze abgebaut.
Als Ursache für die geringe Nachfrage im U3-Bereich gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Als mögliche Gründe gelten unter anderem eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wirtschaftliche Belastungen durch Elternbeiträge sowie mögliche soziale Zugangshürden. Die Verwaltung will die Entwicklung weiter beobachten. Sollten die Anmeldezahlen dauerhaft niedrig bleiben, könnten künftig weitere Anpassungen notwendig werden.
Antrag der Partei Die Linke abgelehnt
Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation verschiebt die Stadt zudem den Bau der geplanten Kita an der Wiesenstraße. Die vom Jugendhilfeausschuss mehrheitlich beschlossenen Maßnahmen sollen nach Angaben der Verwaltung dazu beitragen, größere und dauerhafte Schließungen zunächst zu vermeiden.
Ein Antrag der Linken, stattdessen die Gruppengrößen zu verkleinern und den Personalschlüssel beizubehalten, fand keine Mehrheit. Die Verwaltung verwies auf die angespannte Haushaltslage der Stadt und erklärte, ein entsprechendes Modell sei trotz möglicher pädagogischer Vorteile finanziell nicht umsetzbar.









