Einsatzort war das Forum, der Platz vor der Gesamtschule: Hier stand ein 50-Kubik-Krad bereits im Vollbrand, als die elf Kräfte vom Kiersper Innenstadtlöschzug eintrafen. Das Feuer war schnell gelöscht, zumal die Feuerwehrleute darauf bedacht waren, mit möglichst wenig Wasser zu löschen, um nicht unötig Spuren zu vernichten. Denn die Polizei hat sich anschließend auch intensiv mit dem abgebrannten Gefährt beschäftigt.

Alle Einsatzkräfte waren sich schnell darüber einig, dass hier vorsätzliche Brandstiftung vorliegt. Nach Einschätzung der Feuerwehr wurde der Roller absichtlich auf das Gelände gerollt und offenbar regelrecht zur Explosion gebracht. Dazu fanden die Einsatzkräfte einschlägige Hinweise.

Immerhin wurde niemand verletzt, und da der Motorroller weit genug von anderen brennbaren Gegenständen auf dem Boden lag, bestand keine nennenswerte Gefahr, dass sich die Flammen weiter ausbreiten. Ob der Roller vorher noch einen relevanten Wert darstellte, ist fraglich. Ein Kennzeichen befand sich nicht mehr daran. Der Brand hat allerdings deutliche Spuren auf dem Pflaster hinterlassen. Die ausgelaufenen Betriebsmittel hat die Feuerwehr mit Bindemitteln abgestreut.

Sollte sich der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung bestätigen, kommt aber noch ein weiterer Aspekt hinzu: Der nächtliche Einsatz an der Gesamtschule bescherte einem großen Teil der ausgerückten Wehrleute erneut eine nur kurze Erholungsphase, denn schon in der Nacht zuvor war die Kiersper Feuerwehr gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen bis in die Morgenstunden hinein an der Suche nach einem vermissten Heimbewohner beteiligt (LokalDirekt berichtete). Ein vorsätzlich herbeigeführter Einsatz wäre hierbei auch noch äußerst rücksichtslos gegenüber den Menschen, die sich – neben ihrem Hauptberuf – ehrenamtlich in der Feuerwehr engagieren.

Polizei erbittet Hinweise zu Tatbeteiligten
Die Polizei hat am Freitag, 7. Juli, weitere Details zu dem Brand bekanntgegeben. Zeugenaussagen erhärten demnach den Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung. So sei den Beamten vor Ort gegenüber geschildert worden, dass eine große Gruppe Jugendlicher, geschätzt etwa 10 bis 15 Personen, mit großer Mühe versucht hätte, den Roller in Brand zu setzten. Das Alter der Beteiligten wurde auf 16 bis 18 Jahre geschätzt.
Nach Angaben der Polizei fehlte an dem Roller nicht nur das Versicherungskennzeichen, auch sei versucht worden, die Identifikationsnummer des Motorrollers zu zerkratzen, um offenbar die Herkunft des Krads zu verschleiern. An den Pflastersteinen entstand durch geschmolzenes Kunststoff überdies tatsächlich ein Schaden.
Nun bittet die Polizei um sachdienliche Hinweise, insbesondere zur Identität der Tatbeteiligten, bevorzugt telefonisch an die Wache Meinerzhagen unter Tel. 02354/91990.









