Kommt es im Märkischen Kreis zu einem Notruf unter der 112, landen die Bürgerinnen und Bürger in der Kreisleitstelle im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum Rosmart in Altena. Insgesamt 201.276 Anrufe gingen dort im Jahr 2025 ein, darunter 82.778 Notrufe — und damit etwa 1591 mehr als im Vergleich zum Vorjahr.
Reanimation per Telefon
Die Notrufe reichten von Atemwegsstörungen, Blinddarmbruch bis hin zu Krampfanfällen — und sogar lebensbedrohliche Situationen Herz-Kreislaufstillstand. „Unsere Disponenten haben im Jahr 2025 beachtliche 517 Telefon-Reanimationen durchgeführt. Das verlangt neben dem Fachwissen auch viel Empathie und beruhigende Worte. Die angeleitete Herz-Lungen-Wiederbelebung für Laien erfolgt vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes“, erklärt Stephan Volkmann, Leiter der Kreisleitstelle des Märkischen Kreises. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 gab es 509 telefonische Reanimationen.
Eine wichtige Rolle zur Überbrückung der Zeit des sogenannten „behandlungsfreien Intervalls“, also bis der Rettungsdienst oder Notarzt eintreffen, spielen auch das Ersthelfer-System der „Lebensretter MK“ und die First Responder. Sie werden von der Kreisleitstelle alarmiert und eilen zum Einsatzort: „Wichtig für den Patienten in so einem medizinischen Notfall ist es, schnellstmöglich mit einer Reanimation zu beginnen. Wenn mehr Menschen unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen würden, könnten sich die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten verdoppeln bis verdreifachen und die Aufnahme in Pflegeheimen nach einem Herz-Kreislaufstillstand reduzieren“, so Volkmann.
Zahlreiche Notfalllagen koordiniert
Von allen eingehenden 201.276 Anrufen koordinierte die Leitstelle in der Folge 127.769 Einsätze. Hand in Hand mit der Leitstelle arbeiten parallel zum Notruf der alarmierte Rettungsdienst und die alarmierte Feuerwehr in vielen weiteren Notfalllagen wie Feuer, Unwetter oder technische Hilfeleistung beispielsweise bei Unfällen.
Zu 44.938 Einsätzen, davon 11.568 mit Notarzt, und 15.257 Einsätzen im Bereich Krankentransport sind die Rettungsdienstkräfte ausgerückt. Damit haben sie im Schnitt täglich bei mehr als 164 Einsätzen Hilfe für Patientinnen und Patienten geleistet. Bei der Feuerwehr gab es im Jahresvergleich 2024 – 2025 durchgehend steigende Einsatzzahlen: technische Hilfeleistung (+ 236), Feuerwehr (+ 182), Unwetter (+ 87) und Katastrophenschutz (+ 6).
Hohes Einsatzaufkommen durch Wetterereignisse
Ein deutlicher Anstieg zeigte sich bei unwetterbedingten Einsätzen. Schneebruch, Stürme und Starkregen führten zu 123 Einsätzen — ein Plus von 241,7 Prozent gegenüber 2024 (36 Einsätze). Ebenso galt es im vergangenen Jahr den Herausforderungen mehrerer Stromausfälle sowie dem Ausfall von Telekommunikationsinfrastruktur im Märkischen Kreis zu begegnen. „In mehreren Großeinsätzen, wie dem Großbrand in Kierspe, dem Waldbrand auf der Nordhelle, aber auch während einer Großübung in Meinerzhagen konnten unsere Feuerwehren und unsere Hilfsorganisationen unter Beweis stellen, dass es im Team immer einfacher und effizienter geht“, resümiert Kreisbrandmeister Michael Kling.
Die Einsatzzahlen im Überblick:
Fähigkeiten ausgebaut
Neben dem Einsatzgeschehen wurden die Fähigkeiten der Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz weiter ausgebaut. Hierzu wurden mehrere Fahrzeuge sowie weitere Einsatzmittel in Betrieb genommen und an der zentralen Feuerwehrschule 1.151 Einsatzkräfte aus- oder fortgebildet.
Kreisbrandmeister Michael Kling betont abschließend: „Hinter jedem Einsatz steckt ein Schicksal und manchmal auch eine Tragödie. Daher kann man es nicht hoch genug wertschätzen, dass es immer mehr Jugendliche, aber auch bereits Erwachsene im Märkischen Kreis gibt, die sich neu dafür entscheiden, sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen zu engagieren.“ Alle Einsatzkräfte hätten im Jahr 2025 erneut bewiesen, dass sie bei Alarmierungen mit aller Kraft und Fachkompetenz für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Märkischen Kreis einstehen.
„Lebensretter MK“ - Schnelle Hilfe per App
Das App-basierte System der Lebensretter im Märkischen Kreis ermöglicht der Kreisleitstelle des Märkischen Kreises, registrierte Ersthelfer in der unmittelbaren Nähe eines Notfalls über ihr Smartphone zu alarmieren. „Dadurch können sie schnell vor Ort sein und gegebenenfalls lebensrettende Maßnahmen einleiten, schon bevor der Rettungsdienst eintrifft“, erklärt Stephan Volkmann.
Als Ersthelfer registrieren lassen können sich alle, die mindestens 18 Jahre alt sind und über eine medizinische Ausbildung oder Erfahrung verfügen – etwa Menschen, die eine Sanitätsausbildung für Rettungsdienst oder Feuerwehr haben, als medizinisch geschulter Helfer bei einer Hilfsorganisation wie beispielsweise DRK, Malteser Hilfsdienst, Johanniter, ASB, DLRG tätig sind. „Aber auch, wer medizinisch geschult ist und in einer Klinik oder im Gesundheitsbereich arbeitet, zum Beispiel Pflegekräfte, Medizinstudierende oder Ärzte“, so Volkmann. Die Teilnahme sei selbstverständlich freiwillig.
Alle wichtigen Informationen zur „Lebensretter MK“-App findet Interessierte hier.










