Wenn das Kulturhaus bis auf den letzten Platz gefüllt ist und ein Raunen durch die Reihen geht, dann ist Zeit für „Clowns & Company“. Am Freitagabend, 20. März, feierte die neue Show „Kaskadia“ Premiere – ein bunter Abend voller Überraschungen, der kleinen und großen Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Der erste Eindruck von „Kaskadia“ war vor allem eins: ein visuelles Erlebnis. Viele der Acts und Stunts wurden durch aufwendige Lichteffekte und leuchtende Kostüme in Szene gesetzt. Sobald das Saallicht erlosch, verwandelte sich die Bühne im Lüdenscheider Kulturhaus in ein Lichtermeer. Artisten wirbelten mit leuchtenden Jonglage-Bällen durch die Dunkelheit und zeichneten farbige Bahnen in die Luft, während andere in Kostümen auftraten, die selbst zu strahlen begannen. Diese Highlights zogen sich wie ein roter Faden durch den Abend und sorgten besonders bei den jüngeren Zuschauern für offene Münder.
Hinter den leuchtenden Fassaden steckte jedoch vor allem eins: viel Herzblut. Im Publikum saßen hauptsächlich Eltern, Großeltern und Freunde, die mindestens genauso aufgeregt waren wie die rund 50 Akteure auf der Bühne. Man kennt sich, man fiebert mit – und man wollte endlich sehen, was aus den Ideen entstanden ist, die im Übungs-Loft an der Königsstraße entwickelt wurden. Nach „Temposia“ und „Insomnia“ war „Kaskadia“ nun die dritte große Produktion des Vereins.
Mut, Vielfalt und Zirkuszauber auf der Bühne
Das Besondere bei „Clowns & Company" ist, dass wirklich jeder mitmachen kann. So standen am Freitag erfahrene Hasen neben Neulingen, die zum ersten Mal vor so großem Publikum auftraten. Während die einen in luftiger Höhe am Aerial Silk – langen, von der Decke hängenden Stofftüchern – akrobatische Figuren turnten oder sich elegant im schwebenden Reifen (Aerial Hoop) verbogen, zeigten die jüngeren Zirkuskinder stolz ihre ersten Kunststücke am Boden. Dass mal etwas nicht auf Anhieb klappte, spielte keine Rolle – der Mut, sich vor das große Publikum zu stellen, wurde von den Zuschauern mit viel Beifall belohnt.
Extra-Applaus für Arne Tilgen
Einer der Höhepunkte war der Auftritt von Arne Tilgen auf dem Hocheinrad. Es ist schon eine Leistung für sich, auf so einem hohen Gefährt überhaupt das Gleichgewicht zu halten, aber dabei auch noch sicher eine Treppe hochzufahren, beeindruckte das Publikum sichtlich. Für diese wackelige, aber gekonnte Angelegenheit gab es einen kräftigen Extra-Applaus.
Auch die Hommage an Frankreich mit der passenden Akkordeon-Musik von Lydie Auvray fügte sich gut in das bunte Programm ein. Zum großen Finale kamen noch einmal alle Mitwirkenden auf die Bühne und holten sich ihren verdienten Applaus ab. Es war kein steifes Theater, sondern ein Abend von Lüdenscheidern für Lüdenscheider, der gezeigt hat, wie viel man mit ein bisschen Fantasie, Gemeinschaftssinn und den richtigen Lichteffekten erreichen kann.
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