Der Luchs, der in den vergangenen Monaten im Märkischen Kreis für Aufsehen gesorgt hat, ist weitergezogen. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, wurde das junge männliche Tier am 23. Februar in Hessen durch eine Fotofalle eindeutig nachgewiesen. Die Identifizierung gelang anhand seiner individuellen Fellzeichnung.
Monatelang im Sauerland unterwegs
Zuvor hatte der Kuder, so die wissenschaftliche Bezeichnung für einen jungen männlichen Luchs, über mehrere Monate hinweg die Wälder im Märkischen Kreis durchstreift. Besonders aus dem Raum Plettenberg sowie aus Meinerzhagen lagen der Unteren Naturschutzbehörde zahlreiche belastbare Hinweise vor. Diese reichten von Sichtungen über Videoaufnahmen bis hin zu einem typisch vom Luchs gerissenen Beutetier. Die Beobachtungen erstreckten sich über den Zeitraum von November 2025 bis Januar 2026.
„Die zeitliche Dichte und Qualität der Hinweise sind fachlich ausgesprochen interessant“, erklärt die Behörde. „Sie sprechen dafür, dass der Luchs den Märkischen Kreis nicht nur durchquert, sondern als Lebensraum aktiv genutzt hat.“
Partnersuche bleibt erfolglos
Dass der Luchs nun weitergezogen ist, folge natürlichen Mustern: Ein Gebiet wird für die Tiere erst dann dauerhaft attraktiv, wenn auch Fortpflanzung möglich ist. Da Luchse in Nordrhein-Westfalen bislang selten sind, blieb die Partnersuche im Sauerland erfolglos. „In der Folge wanderte das Tier zurück in Regionen mit höherer Populationsdichte“, heißt es aus der Kreisverwaltung.
Erfolg für den Artenschutz
Trotz seines vorläufigen Abschieds werten Fachleute den Aufenthalt als positives Signal. „Der Luchs hat gezeigt, dass unsere Wälder durchaus geeignete Lebensräume bieten“, betonen die Experten von der Unteren Naturschutzbehörde. Einschränkungen gebe es allerdings durch zerschnittene Lebensräume, etwa durch Straßen, auf denen immer wieder Tiere zu Schaden kommen.
Bemerkenswert sei zudem, dass es während des gesamten Aufenthalts zu keinerlei Zwischenfällen kam. Dies bestätige das typische Verhalten des Luchses als scheuer Waldbewohner, der für Menschen und Nutztiere in der Regel ungefährlich ist.
Projekt „Luchs NRW“
Die Beobachtungen im Märkischen Kreis stehen im Zusammenhang mit dem landesweiten Projekt „Luchs NRW“. Ziel ist es, durch gezielte Auswilderungen Lebensräume zu vernetzen und den genetischen Austausch zwischen Populationen zu fördern. Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Konzeptionsphase. Der Märkische Kreis beteiligt sich gemeinsam mit den Kreisen Olpe, Hochsauerlandkreis und Siegen-Wittgenstein an den aktuellen Fachgesprächen, um Erkenntnisse aus erster Hand zu erhalten und den Austausch aktiv mitzugestalten.
Bevölkerung um Hinweise gebeten
Für das Monitoring sind weiterhin Beobachtungen aus der Bevölkerung wichtig. Ob Fotos, Videos, Spuren oder akustische Wahrnehmungen: „Jede Beobachtung kann helfen, Wanderbewegungen besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln“, so die Behörde.
Wer einen Luchs entdeckt, kann mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK), Bereich Wolfs- und Luchsmonitoring per E-Mail an [email protected] oder telefonisch (werktags 9 bis 16 Uhr) unter 02361/3053322 Kontakt aufnehmen. Außerhalb der Geschäftszeiten ist das Amt unter der Telefonnummer 0201/714488 erreichbar.
Die Untere Naturschutzbehörde Märkischer Kreis steht für Hinweise per E-mail an [email protected] zur Verfügung.











