"Ich bin jetzt 34 Jahre hier, so habe ich das Bad noch nie gesehen", erklärt Michael Merschmann, als er am Donnerstag, 30. Juli, am Beckenrand des Strandbades in Rönsahl steht. Aufgrund der Hitze der vergangenen Wochen ist der Wasserspiegel deutlich niedriger als normal.

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Zuläufe reichen nicht aus

"Wir hatten einfach zu wenig Zulauf", erklärt der Vorsitzende des Strandbadvereins. Dabei sah es im April zu Beginn der Badesaison gut aus, das Becken war durch den Frühlingsregen gut gefüllt. Im Rahmen einer routinemäßigen Laboruntersuchung fiel jedoch auf, dass bestimmte Werte des Wassers nicht den Anforderungen an Badegewässer genügen. Das gesamte Becken musste wieder geleert werden.

Doch im Mai war es bereits so trocken, dass die Quelle auf dem Grundstück des Vereins und der Zulauf des Bachs kaum ausreichten, um das Bad erneut zu füllen. Seit Anfang Juli herrscht zudem eine Allgemeinverfügung des Märkischen Kreises, die die Entnahme von Wasser aus Flüssen verbietet. Auch die Befüllung des Strandbades mit Wasser aus der Rönsahl ist damit untersagt.

Aus diesem Grund hat das rund 30-köpfige Team des Strandbadvereins überlegt, wie der Badebetrieb trotzdem sichergestellt werden kann. Über ein Ratsmitglied kam die Idee auf, sich um ein Sponsoring der Sparkasse zu bemühen. Für viele andere Förderquellen fehlt derzeit die Gemeinnützigkeit des Vereins.

Sparkasse ermöglicht Badebetrieb

Der Strandbadverein Rönsahl wurde 1932 gegründet. Vor kurzem hat der Vorstand eine Satzungsänderung geplant, um sich den geänderten rechtlichen Vorschriften anzupassen. Aber weder mit der alten noch mit der neuen Satzung erkennt das Finanzamt bisher eine Gemeinnützigkeit und die damit verbundenden steuerlichen Vorteile, gerade im Spendenbereich, an.

Trotzdem sagte die Sparkasse Unterstützung zu. Über einen Hydranten der Stadtwerke lief vom 18. Juni an etwa drei Tage lang frisches Wasser ins Becken — rund eine Million Liter liefen in der Zeit durch den Schlauch in das Schwimmbad. Die Kosten für die Befüllung, 2350 Euro, übernahm vollständig die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen.

Tiefbrunnen für 30.000 Euro

Um zukünftig eine solche Situation zu verhindern, überlegt der Verein, einen Tiefbrunnen anlegen zu lassen. Ein erstes Angebot geht von Kosten in Höhe von 20.000 bis 30.000 Euro aus, abhängig davon, wieviel Eigenleistung der Verein in die Baustelle steckt.

Mit den rund 150 verkauften Dauerkarten in diesem Jahr lassen sich zwar die regulären, laufenden Kosten wie zum Beispiel die drei routinemäßigen Wasserproben, die gemeinsam rund 1500 Euro kosten, decken, Investitionen im fünfstelligen Bereich jedoch nicht. Daher ist der Verein auch in diesem Fall auf Spenden angewiesen und hofft, zeitnah als gemeinnützig anerkannt zu werden.

"Gesellschaftlicher Treffpunkt"

"Es ist der gesellschaftliche Treffpunkt im Dorf", macht Merschmann deutlich. Einen gemeinnützigeren Verein als den des Strandbades könne er sich kaum vorstellen. Mit dem alle zwei Jahre stattfindenden Lichterfest, dass im kommenden Jahr am ersten Wochenende nach den Sommerferien stattfindet, veranstalten die Vereinsmitglieder zudem alle zwei Jahre eine der größten Veranstaltungen Rönsahls.