Die Brennerei in Rönsahl als Testlabor. Klingt die Geige, die ein Stifter hat nachbauen lassen, wie die echte Stradivari aus dem Jahr 1712? Das Publikum sollte es am Mittwochabend, 23. September, herausfinden im „Tatort Rönsahl – Diebstahl in h-Moll“. Garniert war der Plot um die Geige mit Musik aus verschiedenen Epochen.
Von Tango über Mozart bis Michael Jackson
Die Melodien, die Johanna Franz (Schauspiel und Violine) sowie Patricia Ramírez-Gastón (Schauspiel und Klavier) intonieren, geben bei dem interaktiven Krimi-Konzert auch Hinweise auf zur Aufklärung des Experiments. Die Story hat sich Juri Tetzlaff ausgedacht, der den Abend auch moderiert und das Publikum einbindet. Für das Trio mit Akteuren aus Hamburg und Kierspe ist es das zweite Engagement beim Verein für Kommunikation und Kultur (KUK). Erneut ein gut besuchtes, wie dessen Vorsitzender Rolf Muck zufrieden bilanziert.
Die musikalische Palette reicht vom Tango über Mozart- und Schubert-Werke und Film-Musik bis zum Pop von Michael Jackson. Die Stücke haben Johanna Franz und Patricia Ramírez-Gastón ausgewählt, passend zum Plot. Bei der Frage, warum die Stradivari besonders klingt, geht es auch darum, ob es am Holz liegt, wann es geschlagen wurde. Spielt die Mondphase eine Rolle oder die Tageszeit? Während Juri Tetzlaff darüber räsoniert, erklingen „Die kleinen Nachtmusik“ von Mozart oder „Thriller“ von Jackson. Auf der nachgebauten Geige.
Experiment ganz anderer Art
Als es um den Vergleich mit dem Original geht, lässt sich erst der Safe mit der „echten“ Stradivari nicht öffnen. Dann zeigt sich: er ist leer. Das Millionen teure Stück, es ist verschwunden. Ermittler müssen ran. Dazu die „Tatort“-Melodie und die Zuversicht: „Wir werden den Fall lösen.“ – Zeit, in der Pause schon mal zu diskutieren, wo das Instrument geblieben ist.
Nach zwei Stunden Spiel und viel Musik die Lösung: die Pianistin hat die Geige versteckt, aus Respekt vor dem Instrument. Der Stifter meldet sich und eröffnet, dass die Geige nicht echt war. Im Experiment ging es ihm darum, zu sehen, wie vertrauensvoll die Musiker sind. Die Geige, die das Ensemble fast gesprengt hätte, schweißt es letztlich enger zusammen.
Ein amüsanter Abend mit etwas Action, viel Musik und verdientem Applaus.








