Venedig und Mainz, Köln und Copacabana. Karneval ist international. Darum ging es am Rosenmontag auch im Deutschkurs für Menschen mit Migrationshintergrund im Jugendzentrum Meinerzhagen. Statt Grammatik stand Brauchtum auf dem Lehrplan.

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Passend zum Thema wurde im Jugendzentrum auch gefeiert, während im Hintergrund ein Livestream der rheinischen Karnevalszüge über die Leinwand flimmerte. Deko-Material und Hüte hatten Birgit Claus und Astrid Kahlke, die die Kurse ehrenamtlich leiten, mitgebracht. Fingerfood und eine Auswahl internationaler Leckereien steuerten die Teilnehmer bei, die vor allem aus der Ukraine und dem vorderasiatischen Raum kommen.

Jeweils montags und mittwochs trifft sich die Runde vormittags, um die Deutschkenntnisse zu verbessern. Die Stadt Meinerzhagen stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Anders als bei den reinen Integrationskursen, geht es hier um praktische Anwendungen für den Alltag: Wie frage ich mich durch? Was muss ich beim Einkaufen beachten? Wo erledige ich was?

Karneval war am Rosenmontag Thema im Deutschkurs für Geflüchtete. Gefeiert wurde auch - mit Kostüm und leckerem Fingerfood.
Foto: Rüdiger Kahlke / LokalDirekt

Birgit Claus freute sich, dass am Montag auch zwei Teilnehmerinnen aus dem Erstorientierungskurs aus Kierspe dabei waren. „Es ist wichtig für sie, dass sie weiterhin deutsch sprechen“, betont sie. Einerseits sollten sich die Menschen integrieren, andererseits hätte der Bund die Mittel für die Kurse gestrichen und damit den Zugang erschwert. „Umso wichtiger ist es, dass sie solche Angebote wahrnehmen können“, meint Claus.

Zertifikate für die Teilnehmer gibt es bei diesen Kursen nicht. Was vor fast vier Jahren als Hilfe für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine angelaufen war, nutzen inzwischen auch Zugewanderte aus anderen Ländern, um den Alltag zu besser bewältigen zu können, sich zu integrieren oder einfach auszutauschen - und da gehört Brauchtum wie Karneval dazu.