In der Halle der Rothenstein-Schule montieren Profis noch die Ton- und Lichttechnik. Auf der Empore bereitet sich das Team des Sozialcafés „Mittendrin“ auf den Ansturm von 600 hungrigen kleinen Karnevalisten vor. Der Countdown fürs Catering hat für die Ehrenamtlichen bereits am frühen Morgen begonnen.
Kinder-Karneval ist Kult in Meinerzhagen. Statt in der Stadthalle nun die Halle am Rothenstein. Statt gewohntem Caterer das Café-Team. „Wir sind vor paar Monaten gefragt worden, ob wie einspringen können“, sagt Mittendrin-Leiterin Andrea Biervert. Die Antwort: ja.
Die Frage war schnell geklärt. Die Ehrenamtlichen springen ein, packen mit an, wenn Bedarf ist. Auf ihre „Truppe“ kann sich die Chefin verlassen. Das Problem war, die Aufgabe zu stemmen. Erfahrungen mit einer in die Hunderte zählenden Kinderschar gab es nicht. Anhaltspunkte bot eine Liste des früheren Caterers. „Wir wussten dann, was die verkauft hatten“, schildert Biervert das Vorgehen. Ein Anhaltspunkt immerhin. Ansonsten wurde geschätzt. Ein großes Problem blieb: „Ob’s zu viel oder zu wenig ist.“
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Schon ab 8.30 Uhr war Andrea Biervert unterwegs, den Teig für die Waffeln vorbereiten. Das Equipment aus dem „Mittendrin“ musste zum Rothenstein gekarrt werden: Kessel für die Würstchen, Waffeleisen, Servietten, Thermoskannen für den Kaffee, Etageren, auf denen Schaumküsse arrangiert werden, die Popcorn-Maschine, natürlich. Auf der Ebene über der Tribüne stapeln sich Kisten, werden Kabel auf dem Boden verklebt, damit niemand stolpert, wenn des hektisch wird und die kleinen Kunden sich vor der Theke drängen. Palettenweise werden Dosenwürstchen gestapelt, Kuchenbleche nebeneinander arrangiert. „Eine Spende der Potthoff-Stiftung“, freut sich Andres Biervert über die Unterstützung.
Ehrenamtlicher Schichtbetrieb für Kinder-Party
Um 10 Uhr ist Treffen in der Halle. Die erste Schicht ist komplett. Über den Tag verteilt werden 18 Helfende dafür gesorgt haben, dass alles klappt. Maria (79) wischt die Tische ab, drapiert bunte Tischdecken darauf. „Ich helfe gerne“, schildert die Seniorin ihre Motivation. „Junge Leute haben ja keine Zeit dafür“, um dann noch schmunzelnd zu ergänzen: „Wo ich nicht bin, ist auch nix los.“ Oliver (57) gehört zu den jüngeren Team-Mitgliedern. Er findet die Party für die Kinder toll. Helfen, möglich machen, das treibt auch ihn an. „Die Welt sähe sicher besser aus, wenn sich mehr Leute engagieren würden“, glaubt er. – Zustimmendes Nicken in der Runde.
„Es hapert nicht an Freiwilligen“, kann Andrea Biervert zumindest für ihren Bereich sagen. Für ein Mitarbeiter-Treffen hatte ihnen Marc Heyder seine Fotobox zur Verfügung gestellt. Die hatten sie dort kaum genutzt und durften sie nochmal aufstellen. Zum Kinderkarneval konnten sich die kleinen Jecken damit fotografieren lassen. – Ein zusätzliches Schmankerl neben dem Catering.
Die Mittendrin-Mitarbeiter motiviert zudem, dass der Erlös vom Kinderkarneval in ihr Projekt fließt. Eine Win-Win-Situation also – für die Karnevalisten und das Sozialcafé. Die Vorbereitungen stockten allerdings kurz, als das Team erfährt, dass das Stadtmarketing als Veranstalter draußen auch einen Food-Truck positioniert hatte. – Kommerzielle Konkurrenz für die ehrenamtlich Engagierten. Da verstummten kurz die Gespräche. „Ein Kommunikation-Problem“, löst die Andrea Biervert sichtlich bemüht die Spannung. Davon kriegten die kleinen Karnevalisten, die ab Mittag feierten, aber nichts mit.
Hier geht es zum Bericht samt Fotogalerie des Kinderkarnevals in Meinerzhagen.











