Die Kinder- und Jugendarbeit in Lüdenscheid erhält ein neues Konzept. Der Vertrag dazu wurde jetzt bei einem Treffen im Haus der Evangelischen Kirche an der Hohfuhrstraße offiziell unterzeichnet.
Dr. Christof Grote, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, und Johannes Seidel, Leiter des Kinder- und Jugendreferates, hatten zu diesem Treffen eingeladen.
Vertreter der Kirchengemeinden, der drei CVJM-Verbände – Kreisverband, Stadtverband und Lüdenscheid-West – sowie des Jugendamts Lüdenscheid und des Märkischen Kreises, des Jugendausschusses, der Kinder- und Jugendförderung und der Jugendreferenten waren dieser Einladung gefolgt.
Superintendent Grote betonte in seiner Begrüßung, ein gutes Miteinander von Kirche, CVJM, Kreis und Kommune sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine wertvolle Errungenschaft der demokratischen Gesellschaft. Dafür könne man in Lüdenscheid dankbar sein. Man habe ein gutes Modell erarbeitet, wie passgenaue Arbeit für Kinder und Jugendliche vor Ort gelingen könne.
Er hob hervor, dass durch die Verträge verlässlich geregelt werde, wie der Kirchenkreis die Arbeit der CVJM-Verbände finanziell unterstütze. Besonders dankbar zeigte er sich über die nahezu einstimmige Zustimmung der Synodalen. Ebenso dankte er den drei Verbänden sowie der Stadt und dem Kreis für ihre Unterstützung.
Ein besonderes Dankeschön richtete Grote an Olaf Krähahn, Leiter des Regionalteams Lüdenscheid-Plettenberg, und an Johannes Seidel, der die Vertragsentwicklung mit großem persönlichem Engagement vorangetrieben habe. Durch ihren Einsatz sei es gelungen, die Vereinbarungen vorzulegen und nun gemeinsam zu feiern.
Immer wieder Reibungsverluste
Die Kinder- und Jugendarbeit in Lüdenscheid ist kirchlich geprägt von unterschiedlichen Trägerstrukturen, Förderlogiken und Zuständigkeiten. Viele Angebote entstehen aus großem Engagement; zugleich führen parallele Abstimmungswege, uneinheitliche Standards und wechselnde Ansprechpartner immer wieder zu Reibungsverlusten. Genau hier setzt die Neukoordination an: Sie soll die Zusammenarbeit verbindlicher gestalten, Verantwortlichkeiten klarer definieren und Ressourcen so bündeln, dass Angebote vor Ort stabiler und passgenauer werden.
Zentrales Ziel ist es, die Steuerung und Weiterentwicklung der Arbeit zu sichern, ohne die Vielfalt der Angebote zu gefährden. Voraussetzung dafür ist eine verlässliche finanzielle Ausstattung der drei CVJM-Verbände, die inzwischen zahlreiche Bereiche der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit selbstverständlich unterstützen.
Damit Neukoordination nicht zu zusätzlicher Bürokratie führt, braucht es schlanke Strukturen mit klaren Mandaten – eine Chance für die Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen, Fachkräften sowie Kirche, Stadt und Kreis.
Persönliche Kontakte und kurze Wege
Johannes Seidel profitierte bei der Erarbeitung der Verträge von seiner zehnjährigen Tätigkeit als Leiter des CVJM-Kreisverbandes und seinem breiten Netzwerk in der regionalen Kinder- und Jugendarbeit. Durch persönliche Kontakte und „kurze Wege“ wurde ein realistischer Umsetzungsfahrplan entwickelt. Fachliche Klärung, Vertragsarbeit und die Definition der praktischen Umsetzung mündeten in die feierliche Unterzeichnung.
Johannes Seidel betonte, dass man einen Weg weitergehe und zugleich verbindlich festige. Man müsse sich verändern und fit machen für das Morgen, das anders aussehen werde als das Gestern. Kirche und CVJM wollten künftig noch stärker als Partner denken, um besser für die Zukunft aufgestellt zu sein. Dafür brauche es gemeinsame Inhalte, Vernetzung, Personal und Raum für Entwicklung. Die Verträge seien Ausdruck eines Weges. Die CVJM-Verbände unterstützten die evangelische Kirche maßgeblich dabei, junge Menschen zu Mitarbeitenden im Kinderbereich auszubilden.
Aufbruchsstimmung unter den Anwesenden
"Mit den neuen Verträgen schaffen wir Veränderungen und Zukunftsfähigkeit – als Partner mit demselben Auftrag", so Seidel. Die biblische Leitstelle "… auf dass sie alle eins seien" beschreibe die gemeinsame Haltung: nicht gleich sein, sondern gemeinsam unterwegs sein. Die Verträge schafften dafür die notwendigen Rahmenbedingungen.
Auch Lisa Praß, Andreas Marder, Christoph Weiland und Matthias Sauerland äußerten sich sehr positiv über die neue Struktur. Unter den Anwesenden herrschte spürbare Aufbruchsstimmung.
Die Verträge sichern dem Kirchenkreis die Fortführung der unverzichtbaren CVJM-Arbeit und geben dem CVJM verlässlichen finanziellen Handlungsspielraum – eine klare "Win-Win-Situation" auf Basis des gemeinsamen Glaubens und ein wichtiger Schritt, das Evangelium weiterhin an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.











