„Planspiel Börse“ nennt sich dieses Projekt, und wird seit Jahrzehnten von Sparkassen ausgerichtet. Mit einem Startkapital von je 50.000 Euro „Spielgeld“ können die sechs Klassen bis zum kommenden März auf dem Börsenparkett bewegen und sich wie echte Broker am Aktienhandel beteiligten. Das Ziel ist die Vermehrung des Startkapitals.
Die Erwartungen sollten dabei realistisch bleiben: Sina Berges, Marketing-Mitarbeiterin der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, konnte von einem Rekord-Ergebnis in Höhe von rund 60.000 Euro berichten: 10.000 Euro Gewinn, also 20 Prozent Rendite in weniger als einem halben Jahr. Dieser Ertrag gelang in der Corona-Krise mit Pharma-Aktien und anderen „nachhaltigen“ Wertpapieren, deren Entwicklung sprichwörtlich „durch die Decke schossen“. Ein Top-Ergebnis, was wohl eher die Ausnahme bleiben dürfte. Die Schülerinnen und Schüler der GSKI sollten sich daher ehrgeizige, aber realistische Ziele setzen.
Glück beim Aktienkauf und – verkauf gehört natürlich auch dazu, und der richtige Riecher. Einen konkreteren Tipp hatte Sina Berges aber im Gepäck: „Gesundheitswesen, Energie und Ökologie sind Branchen, die derzeit gefragt sind“, erklärt die Marketingexpertin. Und ermuntert die Jugendlichen, mit einem Test-Konto zu experimentieren, auch mal regelrecht zu zocken: „Aber nicht vergessen, die Werte bei positiver Entwicklung ins richtige Depot zu holen“, so Berges. Bei den Aktien haben die Teilnehmer eine große Auswahl: Im Prinzip die Aktien, die an der Stuttgarter Börse gehandelt werden. Einige sind allerdings ausgenommen, hier achtet die Sparkasse auch auf ethische Belange.

Bei der Präsentation im Pädagogischen Zentrum am Donnerstag, 22. September, stand auch die Handy-App im Mittelpunkt, mit der die Teilnehmer das Aktiendepot verwalten. Sobald hier sämtliche „Formalitäten“ erledigt sind, kann der Wettkampf losgehen. Die sportliche Komponente des Planspiels liegt im Messen mit anderen Schulen der Region, die ebenfalls teilnehmen. Für die Sieger winken Bargeld für die Klassenkasse, für besonders erfolgreiches Handeln mit „nachhaltigen Werten“ gibt es auch noch Sonderpreise und Kinogutscheine.




Mit dem „Planspiel Börse“ möchten die Sparkassen ihren Beitrag zur Bildung leisten: Das Vermitteln von Fachwissen zu Finanzen und Wirtschaft haben sich die Geldinstitute als Bildungsauftrag auferlegt – und trifft bei der Kiersper Gesamtschule auf reges Interesse: Obgleich der Themenkomplex bisweilen recht trocken sein kann, verfolgen die 170 Schüler die Inhalte schon neugierig. Das Thema Wertpapierhandel wird dabei in den kommenden Monaten einen festen Platz auf dem Lehrplan bekommen. Lehrer Fatih Göksel unterrichtet zwei Klassen des Jahrganges im Fach „Arbeitslehre / Wirtschaft“, und erwartet, dass der Unterricht nun noch lebendiger gestaltet werden kann. Göksel will erstmal die Grundlagen vermitteln, und rechnet sich große Motivation in den Klassen aus.
Für die Teilnehmer werden die kommenden Monate spannend. Sina Berges wird regelmäßig Zwischenstände veröffentlichen. Sowohl für die Klassen untereinander, aber auch zwischen den teilnehmenden Schulen. Bis etwa drei oder vier Wochen vor Schluss, ab dann ist „Blindflug“ angesagt.
Informationsbedarf gibt es dann aber immer noch: Die Börsenspiel-App bietet auch neueste Wirtschaftsnachrichten, die intensiv verfolgt werden wollen. Besonders engagierte Teilnehmer kommen im Spiel-Zeitraum mitunter auf mehr als 100 Transaktionen. Nun wird es spannend, ob in der Kiersper Gesamtschule ein Börsen-Mogul von morgen sein Talent entdeckt.










