Der Finanzausschuss hält an dem im Juli 2025 gefassten Ratsbeschluss zum Neubau der Westschule an der Kölner Straße fest. Mehrheitlich lehnte das Gremium einen neuen Beschlussvorschlag, der eine Sanierung nahelegte, ab.

Grundlage für die Ratsentscheidung waren die damaligen Erkenntnisse über die Schadstoffbelastung des Gebäudes, das im März 2024 wegen erhöhter Naphthalinwerte geschlossen worden war. Nach weitergehenden Untersuchungen hatte die Verwaltung zunächst in der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses überraschend eine Sanierung im Bestand empfohlen.

Antworten der Verwaltung überzeugen nicht

Dazu hatte die CDU-Fraktion der Verwaltung einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Die Antworten lagen rechtzeitig vor. Sie überzeugten die Christdemokraten offenbar nicht. „Wir wollen am alten Beschluss festhalten“, erklärte CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling am Donnerstag. Einhaltung von Kosten und Zeitplan, der sichere Ausschluss weiterer Schadstoffbelastungen und auch die Vorgaben des neuen pädagogischen Konzepts – das alles könne mit einem Neubau besser umgesetzt werden als mit einer Sanierung im Bestand.

Dieter Dzewas (SPD) erwähnte einen aus seiner Sicht bedeutenden Aspekt für die Schule und den Stadtteil: „Bei einem Neubau bleiben immerhin 250 Quadratmeter mehr Spielfläche übrig als bei der Sanierung“, sagte er. Wie der Ausschuss entscheide, sei ihm letztlich egal. Wichtig sei, dass an der Kölner Straße möglichst schnell wieder unterrichtet werden könne. Seit 14. Mai 2024 werden die Kinder der Westschule in der ehemaligen Kalver Grundschule unterrichtet.

Vergrößerter Ganztagsbereich

Nach den Vorstellungen der Bildungsplaner Markus Ufer und Ulrich Leowald soll die Westschule eine Bildungseinrichtung nach modernsten Maßstäben werden. Dazu zählen ein vergrößerter Ganztagsbereich, eine Aula oder eine Mensa sowie eine neue Sporthalle. In der Machbarkeitsstudie ist auch ein pädagogisches Konzept nach dem Prinzip eines Lernclusters enthalten. Es umfasst neben den Unterrichtsräumen und Gruppenzonen auch Lernlandschaften.

Bei der Planung geht auch die Stadt weiterhin von einem zweizügigen Betrieb der Schule aus.

Das Büro Ufer Leowald veranschlagt in seiner Machbarkeitsstudie Baukosten in Höhe von 24,1 Millionen Euro. Die Umsetzung soll inklusive Planungszeit 39 Monate dauern.