Die Beiträge zur offenen Ganztagsschule und zur Kurzbetreuung sind in Meinerzhagen im Kreisvergleich am günstigten. Der Schulausschuss votierte in seiner Sitzung am Mittwoch, 3. Juni, für eine Anhebung der Kosten der Kurzbetreuung. Vorangegangen waren teils deutlich vorgetragene Bedenken der Po
Fachbereichsleiter Frank Markus stellte den Ausschussmitgliedern die aktuelle Problematik vor. Anders als bei den Offenen Ganztagsschulen, bei denen das Land zwischen etwa 1500 Euro und 2700 Euro je Kind sponsert, wird die Kurzbetreuung lediglich pauschal mit 7500 Euro für die gesamte Schule bezuschusst.
Der Elternbeitrag für die Kurzbetreuung liegt seit 2020 bei 40 Euro pro Monat, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Bei der OGS-Betreuung werden, je nach Haushaltseinkommen, zwischen 30 Euro und 140 Euro pro Monat fällig. "Die Stadt Meinerzhagen zahlt immens für diese Leistung drauf", stellte Markus fest.
Hohe Besucherzahlen bei Kurzbetreuung
Anders als in Nachbarkommunen wie Halver, in denen das Angebot der Kurzbetreuung im vergangenen Jahr eingestellt wurde, ist es in Meinerzhagen sehr beliebt. Seit dem Schuljahr 2023/2024 besuchen mehr Kinder die Kurzbetreuung als den offenen Ganztag. Im Schuljahr 2024/2025 erreichte die Besucherzahl der Kurzbetreuung ihren bisherigen Höhepunkt mit 247 Kindern. Im aktuellen Schuljahr sind 245 Kinder für das Programm angemeldet – 70 Kinder mehr als im offenen Ganztag.
Zudem kommt hinzu, dass die Finanzierung in letzter Zeit nicht ausreiche, um den mit der Kurzzeitbetreuung beauftragten Dienstleister "Kinder im Ganztag gGmbH", kurz KiG, zu bezahlen. "Die KiG hat uns gespiegelt, dass die 40 Euro nicht auskömmlich sind. Es ist alles teurer geworden, das merken wir alle", erklärte Markus das aktuelle Dilemma, ehe er feststellte: "Das wird die KiG vielleicht noch zwei oder sogar drei Jahre aushalten, sonst kann die KiG das nicht mehr erbringen."
"Eltern werden richtig abgezockt"
Die Meinungen der Ausschussmitglieder zu der Beitragserhöhung waren gespalten. Die Wichtigkeit der Kurzbetreuung sahen jedoch alle Mitglieder des Schulausschusses. Kritik an der Beitragserhöhung kommt von Astrid Kahlke. Sie sitzt als sachkundige Bürgerin für das Bündnis 90 / Die Grünen im Ausschuss und kritisierte den Sprung von aktuell 40 Euro auf zukünftig 55 Euro. "Das sind 37,5 Prozent. Das stell man sich mal vor, wenn die Grundsteuer um 37,5 Prozent erhöht wurde", verglich sie den Betrag mit anderen politischen Entscheidungen. Ihren Unmut über diese Steigerung machte sie deutlich: "Das sind Eltern, die werden hier nochmal richtig abgezockt meiner Meinung nach."
Nicht nur Frank Markus, sondern auch der Ausschussvorsitzende Udo Kritschker (CDU) kritisierten die Formulierung der "Abzocke". "Auf der einen Seite beschweren wir uns über den schlechten Haushalt und auf der anderen Seite sagen wir, das zahlt die Stadt dann schon. Und das Wort `abgezockt´finde ich auch nicht gut", machte Markus deutlich.
Der Vorschlag von UWG-Politiker Ulrich Hünenberg, dass der Beitragssatz wie bei der OGS nach Einkommen gestaffelt wird, fand bei dem Rest des Ausschusses keinen Anklang. Zu den steigenden Kosten sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Schön: "Mir ist es deutlich lieber wir erhöhen den Beitrag und erhalten das Angebot" und brachte eine dynamische Beitragsanpassung ins Gespräch. Auch über diese wurde am Ende nicht abgestimmt.
Bei einer Gegenstimme von Astrid Kahlke nahm der Ausschuss den Vorschlag der Verwaltung an. Er wird zudem im Haupt- und Finanzausschuss am kommenden Montag, 15. Juni beraten, ehe final am Montag darauf, 22. Juni, im Rat entschieden wird.









