Gençay/Breckerfeld. Ein besonderes Kapitel der Städtepartnerschaft zwischen Breckerfeld und Gençay wurde am Samstag, 16. Mai, in Frankreich geschrieben: Die „Jumelage Gençay“, der französische Stadtpartnerschaftsverein, erhielt mit der „Jakobus“-Plastik die höchste Auszeichnung der Hansestadt.

Überregionale Nachrichten

Eine Auszeichnung mit besonderer Bedeutung

Der Jakobus ist für Breckerfeld von besonderer Bedeutung: Als Schutzpatron prägt er das Stadtbild, beide Kirchen sowie weitere Einrichtungen, wie beispielsweise die Sekundarschule und das Altenzentrum, tragen seinen Namen. Gleichzeitig steht die Jakobus-Plastik seit 1990 für außergewöhnliches Engagement im Sinne des Gemeinwohls. Seither wurde diese Ehrung insgesamt elf Mal verliehen — und bislang würdigte die Stadt damit ausschließlich Einzelpersonen.

Nun setzte der Rat der Stadt ein neues Zeichen: Auf Vorschlag des Vorstands des Vereins Freundeskreis Breckerfeld-Gençay entschieden die Fraktionen einstimmig, erstmals einen Verein auszuzeichnen: die "Jumelage Gençay", das französische Pendant zum Städtepartnerschaftsverein der Hansestadt.

„Mit der heutigen Ehrung möchten wir Ihre Verdienste sichtbar machen und zugleich ein Zeichen für die Zukunft setzen“, richtete Bürgermeister André Dahlhaus bei der Verleihung in Frankreich das Wort an die Mitglieder der "Jumelage".

Engagement über Jahrzehnte

„Der Freundeskreis Génçay hat die Städtepartnerschaft zwischen Breckerfeld und Gençay nicht nur begleitet, sonder über Jahrzehnte hinweg aktiv gestaltet — er hat sie getragen, geprägt und mit Leben erfüllt“, betonte Dahlhaus. „Gemeinsame Veranstaltungen und persönliche Kontakte prägen das Verhältnis zwischen den Städten bis heute.“

Dabei hob er die besondere Rolle der engagierten Mitglieder hervor: „Hinter dieser Partnerschaft stehen unzählige Begegnungen, Reisen und gemeinsame Erinnerungen — vor allem aber Menschen, die ihre Zeit, ihre Energie und ihr Herz investieren.“ Gerade in einer Zeit wachsender Herausforderungen in Europa gewinne dieses Engagement zusätzliche Bedeutung. „Europa lebt von den Menschen, die einander begegnen, voneinander lernen und Freundschaften schließen“, sagte Dahlhaus.

Wurzeln in der Versöhnung

Die Städtepartnerschaft zwischen Breckerfeld und Gençay besteht seit 1972. Die damaligen Bürgermeister Friedrich Recker und Henry Bernard legten den Grundstein für die Verbindung — getragen vom Gedanken der deutsch-französischen Versöhnung: „Und diese Partnerschaft ist nach den schweren Erfahrungen der Vergangenheit zu einem Symbol für Verständigung, Vertrauen und Frieden geworden“, so Dahlhaus.

Aus dieser Initiative hätten sich zahlreiche persönliche Freundschaften zwischen Familien beider Länder entwickelt. Regelmäßige gegenseitige Besuche, traditionell rund um das Himmelfahrtswochenende, hielten die Verbindung lebendig.

Auch wirtschaftlich und kulturell zeige sich die Partnerschaft greifbar: Französische Gäste bereichern den Breckerfelder Bauernmarkt mit Spezialitäten wie Wein oder Käse; im Gegenzug präsentieren Teilnehmer aus der Hansestadt ihre Produkte auf Märkten in Gençay und Marnay.

Drei Männer mit Strohhüten und roten Schürzen stehen vor Weinfässern auf dem Breckerfelder Bauernmarkt.
Regelmäßig ist eine Delegation aus Gençay mit einem Stand auf dem Breckerfelder Bauernmarkt vertreten.
Foto: Satur

Einstimmige Entscheidung als Signal

Die Verleihung des Jakobus an den Freundeskreis Gençay soll den hohen Stellenwert dieser gewachsenen Verbindung unterstreichen. „Das einstimmige Votum des Rates zeigt, welch hohen Stellenwert Ihr Engagement für unsere Stadt besitzt“, sagte Dahlhaus an Fabienne Gilles, die Vorsitzende der „Jumelage Gençay“, und Francois Bock, den Bürgermeister der französischen Partnerstadt, gerichtet. „Mit der heutigen Ehrung möchten wir Ihre Verdienste sichtbar machen und zugleich ein Zeichen für die Zukunft setzen.“ Städtepartnerschaften und persönliche Begegnungen würden auch künftig von unschätzbarem Wert und ein wichtiger Baustein für Verständigung und Zusammenhalt in Europa bleiben, betonte er: „Besonders in einer Zeit, in der Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt und ein friedliches Miteinander wichtiger denn je sind.“