Von einer „leichten Scheu“ Bücher auszuleihen, berichtete Struck dem Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus am Mittwoch, 31. Mai, in ihrem Jahresbericht der Stadtbibliothek für 2022. Coronabedingt, vermuteten Struck und Ausschussmitglieder übereinstimmend.
2022 habe es im Vergleich zum Vorjahr 300 Entleihungen weniger gegeben, berichtete Struck. „Die physischen Ausleihen gehen zurück“, so ein Trend laut Struck. Gleichzeitig sei ein leichter Zuwachs bei den Online-Ausleihen zu beobachten. „Insgesamt verzeichnete die Onleihe in 2022 einen Gesamtbestand von 40.346 Titeln (104.717 Exemplare). Sie ist damit eine wichtige Ergänzung zum regulären Angebot der Stadtbibliothek Kierspe vor Ort“, heißt es im Jahresbericht. Auf die Homepage sei 2022 insgesamt 1035 Mal zugegriffen worden. Insgesamt habe die Stadtbibliothek Kierspe einen Bestand von 22.047 physischen Medien.
Positiv auf Bestand und Nutzung habe sich die Anschaffung von 40 Tonie-Boxen zum Abspielen von Hörspielen ausgewirkt (wir berichteten). Sie können in der Hauptstelle in Kierspe und in der Rönsahler Bücherei ausgeliehen werden.
Zuwachs an „aktiven Lesern“
Einen positiven Zuwachs habe es von 2021 auf 2022 bei der aktiven Leserschaft gegeben. „Als aktive Leser bezeichnen wir alle Nutzer, die während eines Jahres mindestens ein Buch ausgeliehen haben“, erklärte Struck. Deren Anzahl sei um 130 neue aktive Leser auf 479 gestiegen. Aufgeschlüsselt gab es in der Altersklasse der Kinder und Jugendlichen bis zehn Jahre 134 aktive Leser im vergangenen Jahr sowie 136 in der Gruppe der elf- bis 20-Jährigen. Diese sei mit Abstand die stärkste Gruppen bei den aktiven Lesern. Es folgen die 51- bis 60-Jährigen (51 aktive Leser in 2022) und die 61- bis 70-Jährigen (54 aktive Leser in 2022).
Insgesamt freut sich die Stadtbibliothek über rund 7200 Besucher im vergangenen Jahr.
Daneben verbuche die Stadtbibliothek Kierspe 4025,43 Euro Gesamteinnahmen für 2022 – „eine Summe, die durch Ausleihen und Einnahmen durch Feste zustande gekommen ist“, erklärte Struck.
Junge Leser anlocken: Social Media und „Geschichtenspaß„
Angelockt soll die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in 2023 mit Young-Adult-Literatur und dem Ausbau an Manga-Literatur, verriet Struck in ihrem Ausblick auf die kommenden Monate. Ebenso kündigte sie an, dass sich die Stadtbibliothek mit einer Buchstabenralley durch Kierspe im Rahmen der Sommerferienspiele vom 23. Juni bis zum 4. August für Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 17 Jahren beteiligen werde.
Außerdem eine Anlaufstelle für junge Nutzer: die Social Media-Kanäle der Stadtbibliothek. Seit Mai 2022 ist sie auf Facebook und Instagram vertreten.

Die jüngsten Nutzer würden etwa durch den „Geschichtenspaß“ in Zusammenarbeit mit der AWO-Kindertagesstätte „Bullerbü“ ans Lesen herangeführt.
„Ort der Ruhe und der Konzentration“
Neben den Ausleih-Möglichkeiten, bietet die Stadtbibliothek vor allem einen Ort der Ruhe und der Konzentration, zeigte sich Struck überzeugt. „Manche kommen für Büroarbeiten zu uns.“ Für mehr Besucher, die diesen Raum und die Ausleihen nutzten, müsste man die Öffnungszeiten erhöhen, waren sich die Ausschussmitglieder einig. 14 Stunden Öffnungszeit in der Woche seien zu wenig. Besonders für Schüler ist die Bibliothek ein beliebter Aufenthaltsort, bestätigte Struck.
Gleichzeitig lobten die Mitglieder das hohe Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, ohne die das Angebot der Bibliothek nicht möglich wäre. Dies unterstrich Struck, die seit dem 1. April 2022 mit einer halben Stelle als Leiterin der Bibliothek angestellt ist. Ihr Dank gilt insbesondere ihrer Kollegin Birgitta Negel-Täuber, die die Zweigstelle in Rönsahl betreut und auch als Vertretung für Struck einspringen könnte.









