Rauchentwicklung aus einem leerstehenden Gebäude an der L528 im Bereich Schnörrenbach hat am Mittwochmittag, 8. Juli, einen Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst ausgelöst. Vor Ort stellte sich die Situation jedoch weniger dramatisch dar als zunächst angenommen.
Anwohner schlagen Alarm
Gegen 12.30 Uhr hatten Anwohner Rauch bemerkt, der aus dem Dach eines sogenannten „Lost Place“ — einer ehemaligen, leerstehenden Diskothek — aufstieg. Sie vermuteten einen Gebäudebrand und alarmierten umgehend die Feuerwehr.
Der Löschzug Stadtmitte rückte gemeinsam mit Polizei, Rettungsdienst, dem DRK-Ortsverein Kierspe sowie den Stadtwerken zur Einsatzstelle aus. „Nach einer ersten Erkundung von außen konnte weder eine Rauchentwicklung noch ein Feuerschein festgestellt werden“, so die Feuerwehr.
Ursache im Gebäude entdeckt
Um der Ursache auf den Grund zu gehen, habe sich ein Trupp unter Atemschutz Zugang zu dem baufälligen Gebäude verschafft. Im Inneren fanden die Einsatzkräfte schließlich die Quelle der zuvor gemeldeten Rauchentwicklung: „Es handelte sich nicht um ein offenes Feuer, sondern um einen selbstgebauten Grill aus alten Küchenschränken“, erklärt die Feuerwehr.„Eine obdachlose Frau, die den Lost Place als Unterschlupf nutzt, hat sich ‚kreativ‘ eine Möglichkeit der Essenszubereitung gebaut.“
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Die Verursacherin wurde vor Ort angetroffen: „Die Polizei beließ es lediglich bei einer Ansprache und Ermahnung. Dann konnte die Verursacherin gehen“, erklärt ein Sprecher der Feuerwehr.
Die Einsatzkräfte löschten das Grillgut sowie die glühende Holzkohle und brachten beides ins Freie. Anschließend wurde der Bereich mit einer Wärmebildkamera kontrolliert und vorsorglich gekühlt, um ein mögliches Wiederaufflammen auszuschließen. Während des Einsatzes war die L528 im Bereich Schnörrenbach für etwa eine Stunde vollständig gesperrt.
Kritik an Sicherung des Gebäudes
Im Nachgang des Einsatzes äußerte die Feuerwehr Kierspe Kritik an den Sicherungsmaßnahmen des leerstehenden Gebäudes. „Die geforderten Maßnahmen des Märkischen Kreises reichen nicht ansatzweise aus und werden auch nicht umgesetzt“, so die Einsatzkräfte. Die Eigentümerin des Gebäudes habe lediglich einen Bauzaun vor den Eingang der ehemaligen Disco gestellt. „Dieser hält niemanden ab, das Gebäude zu betreten. Auch alle weiteren Zugänge waren und sind offen“, kritisiert die Feuerwehr Kierspe.










