Das traditionelle Biergericht unter der Leitung von Präses Jonas Trauzettel bildete am Montag den Abschluss der Schützenfestaktivitäten der Plettenberger Schützengesellschaft (PSG).

Gleich zu Beginn hieß es, auf der Bühne Abschied zu nehmen von wunderbaren Musikern, die bei der PSG während ihres Engagements nicht nur für ihre hervorragende Spielweise wertgeschätzt wurden, sondern zu denen auch Freundschaften entstanden sind. Nach zwölf Jahren endete mit diesem Schützenfest der Einsatz des Musikzugs Brachthausen als Hauptfestmusik der PSG.

Fabian Stahl, Vize-Dirigent, kommentierte ein kurzes, knappes „Ja“ auf die Frage, ob auch er das Schützenfest der PSG vermissen würde. Die guten Kontakte würden aufrecht erhalten und er müsse persönlich auch noch den Besuch des Winterballs einlösen. Über eins waren Präses Jonas und er sich einig: Die schönsten Schützenfestgeschichten sind nicht zu erzählen.

Im Fußball-WM-Jahr verglich sich Präses Trauzettel mit einem Kapitän, der ohne seine Mannschaft nichts sei. Anschließend ließ er seine BG-Mannschaft zur Vorstellung einzeln auf der Bühne vorbeidefilieren.

Explosiv und mit Durchschlagskraft mittels „Ramme Teichert“ (Schöffe zur Probe Ben Teichert) stellten die Schöffen den SEK-Einsatz bei Matthias Hüsken nach, dessen Büro versehentlich von einem Sondereinsatzkommando gestürmt wurde. Keine Chance auf Verteidigung erhielten die Schützen Sebo Kintner, Dirk Thomée und Martin Schlütter von Richter „Burn“. Kintner wurde vorgeworfen, seine Geburtstagsgrüße in schwarz umrandeten Umschlägen zu versenden, Thomée hielt grundsätzlich ihm überreichte Urkunden verkehrt herum und Schlütter ließ seine jährliche Wanderung bereits nach 900 Metern mit Einkehrschwung enden. Schuldig, zehn Euro und Abmarsch, lautete kurz und knapp Richter Burns Entscheidung und sorgte damit für allgemeine Heiterkeit in der Halle.

Natürlich durfte Ralf Beßler als neuer Bürgermeister nicht unbeachtet bleiben. Er wurde auf seine Wahlkampfversprechen wie Stadtstadion oder Tierklinik angesprochen. Interessante Ideenanstöße seitens des Biergerichts wie Freizeitpark Oestertalsperre mit Palmeninsel und Hotel in der Mitte kommentierte Beßler trocken: „Das dürfte relativ einfach umzusetzen sein“, was für viel Gelächter im Publikum sorgte. Dazu passend sang der ehemalige Schöffe Gerd Schöne eine Persiflage auf die bisherige Amtszeit Beßlers mit dem von ihm umgetexteten Lied „Dreamer“: „Er war ein Träumer …“

Schauspielerisches Talent zeigten die Darsteller der Jury „Deutschland sucht den Urteils-Star“. Shirin David (Philip Vorderstemann), Dieter Bohlen (Lukas Eggert), Jorge Gonzales (Markus Hildebrand) und Bruce Darnell (Jonas Trauzettel) entschieden höchst amüsant über den Schützen mit dem krassesten Urteil.

Humorvoll abgewatscht wurde Altmajestät Patrick Hansmann für seinen riesigen Hofstaat von 16 Paaren, der krass hervorstach zur üblichen Regelung von zehn Paaren. Gemäß Pippi Langstrumpf, die sich die Welt so macht, wie es ihr gefällt, zeigte sich Hansmann im gefälligen Kittelschürzen-Pippi-Langstrumpf-Outfit und einige Mitglieder seines Throns in den Kostümen der Hauptfiguren der Pippi-Langstrumpf-Geschichten.

Das Best-Of von selbst geschriebenen BG-Liedern aus den vergangenen 20 Jahren brachte zum Finale Jörg Wilmink und Bernhard Schlütter in Begleitung von Peter Schlütter und Gerd Schöne noch einmal auf die Bühne. Für die junge Generation waren die Lieder ein Novum, die älteren konnten kräftig mitsingen.

Zur Erinnerung an das kürzlich verstorbene BG-Mitglied Jens Stederoth überreichte Präses Trauzettel posthum die Gesellschaftskanone des Biergerichts an dessen Tochter Desiré.

Nach dem offiziellen Teil und Bühnenabbau des Biergerichts brachten die Musiker aus Brachthausen ein letztes Mal die Stimmung auf den Höhepunkt, holten die Majestäten Kay Hömberg und Jasmin Schulte sowie den neuen PSG-Vorsitzenden Hendrik Schauerte zum Taktstockschwingen in die erste Reihe, bis sich wie in den vergangenen Jahren alles vor die Theke verlagerte, alle kräftig mitsangen und schunkelten.