Mylo (6) gehörte zu den ersten Besuchern. Am späten Vormittag präsentierte er, ausstaffiert mit Schutzhelm und Schmiedeschürze, seine Ergebnisse. Er hatte einen Haken geschmiedet und konnte einen Bakelite-Eierbecher vorzeigen. „Die Maschinen interessieren mich“, bekundete der Erstklässler sein Interesse. „Ältere Sachen interessieren besonders“, so die Erfahrung von Manfred Völker, der den Besuchern die Bakelite-Abteilung im oberen Stockwerk des Hammers näher brachte.
Schalter, Steckdosen, Radio, Zigarrenschachtel, Telefon oder Messbecher, aber auch ein kleines Zauberkästchen. „Ziehen Sie mal an dem Faden“, bat er Besucher, „und wieder zurück. Wissen Sie, was das ist?“. Kopfschütteln und die Erklärung. Das Bakelite-Kästchen, etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, „ist ein Messerschärfer für Rasierklingen. “ „Wenn man was erklärt, erkennt man gleich den Altersunterschied“, weiß Völker. Junge Leute haben zu vielen der Produkte keinen Bezug mehr.

Technik wird erlebbar
Für Ältere ist ein Besuch im Hammer oder im Bakelite-Museum, das am Sonntag auch geöffnet hatte, oft ein „Aha-Erlebnis“. Es weckt Erinnerungen an Kindheit oder Jugend. Nach der Corona-Pandemie kommen auch wieder mehr Besucher „und sind hellauf begeistert“, beobachtet Holger Adolf, einer der Hammerväter. Jeweils am Denkmal-Tag und zum Mühlentag an Pfingsten setzt das ehrenamtlich aktive Team die Maschinen in Bewegung, zeigt, wie geschmiedet wurde, welche Erleichterung Wasserkraft und Elektrizität bedeuteten. Das kann jeder an einem Riemenfallhammer testen. – Ohne Unterstützung durch die Transmission, die Energie über eine Welle auf verschiedene Aggregate verteilt, ist der schwere Eisenklotz mit der Form kaum zu bewegen.
Gruppen können zudem Termine buchen und damit in die Schmiedewelt ab Ausgang des 19. Jahrhunderts eintauschen. Zudem ist der Schleiper Hammer außerschulischer Lernort. Bei der Frage nach Nachwuchs fürs Team ist Adolf optimistisch. Er setzt darauf „das zu Team zu verjüngen“. Sein Sohn und sein Enkel sind bereits eingestiegen.
Wer sich für Geschichte interessierte, konnte am Sonntag in Kierspe wählen. Neben Hammer und Bakelite-Museum standen Besuchern auch die Brennerei in Rönsahl und die Margarethenkirche offen. Hans-Ludwig Knau, ehemaliger Ortsheimatpfleger, erwanderte zudem mit Interessierten Orte, an den Rennöfen betrieben wurden. Sie markieren den Beginn der Eisenindustrie im Volmetal. Neben dem Wissenshunger konnte im Hammer auch der kleine Hunger zwischendurch gestillt werden: Dafür sorgten die Damen des Heimatvereins mit Kuchenbuffet und Kartoffelsalat.









