Schröder und seiner Fraktionskollegin Vera Maiwurm zufolge hat Kierspe deutlich zu wenig Hausärzte, die in Vollzeit arbeiteten und neue Patienten aufnehmen im Verhältnis zur Einwohnerzahl.
„Kierspe hat 16.000 Einwohner. Im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern kümmern sich im Schnitt 10,88 Hausärzte um 16.000 Einwohner“, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag an den Rat. Und weiter: „In Nordrhein-Westfalen stehen dagegen nur 9,6 Hausärzte pro 16.000 Einwohner zur Verfügung, was etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht.“
Die FWG rechnet in ihrem Antrag vor, dass Kierspe und Rönsahl mit den Praxen Kussek, Mityushkin, Reiffert und Saulescu sowie Löhrer „nur 4,5 Hausärztepraxen haben“. Im Märkischen Kreis stünden aktuell 8,83 Hausärzte pro 16.000 Einwohner zur Verfügung.
FWG: Hausärzte in Kierspe „chronisch überlastet“
Dadurch hätten viele Patienten nach der letzten Praxisschließung von Dr. Tan (2020) erhebliche Schwierigkeiten gehabt, einen neuen Hausarzt zu finden, „da alle anderen Hausärzte in Kierspe chronisch überlastet sind“, kritisiert die FWG.
Ein Medizinisches Versorgungszentrum für Halver und Kierspe sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht ausreichend, „denn Halver hat mit 10 Hausärzten (bei 16.000 Einwohnern) nahezu ‚Vollbeschäftigung‘, ähnlich wie Meinerzhagen (11 Hausärzte, 20.000 Einwohner)“, so die FWG.
Hinzu komme laut Maiwurm, dass eine Fahrt nach Halver im Krankheitsfall von Kierspe aus zu weit und die ÖPNV-Verbindung mangelhaft sei.
Gewerbemiete für niederlassungswillige Ärzte übernehmen
Nachdem man den Antrag in der kommenden Ratssitzung am Dienstag, 28. März, eingebracht habe, könnten sich sowohl der Hauptausschuss für die Finanzen als auch der Ausschuss für Demografie, Soziales und Familie mit dem Vorschlag beschäftigen und einen Hausarzt zu einer Sitzung einladen. Möglicherweise würde die Gewerbemiete, die man als Anreiz für niederlassungswillige Ärzte übernehmen könnte, Teil des Haushalts für 2024 sein, vermutet Schröder. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Ärzte selbst für das medizinische Inventar aufkommen müssten.
Man müsse aber als Stadt zeitnah handeln – auch, wenn die Zuständigkeit beim Bund und beim Gesundheitsministerium liegen und nicht bei der Stadt – wie die FWG betont. Aber angesichts der Tatsache, dass einige Kiersper Ärzte und die in den umliegenden Kommunen vor dem Renteneintritt stünden, wolle man als Fraktion mit dem Antrag für die Kiersper Bürger sorgen.









