Die Leiter der einzelnen Bautrupps warten schon. Es gilt viele Fragen zu klären. Die Dachdecker haben ein Problem mit dem Kamin, die Sanitärfirma hat jede Menge Fragen zu Anschlüssen, die Elektriker haben parallel gerade einen Termin mit einem Sachverständigen und die Trockenbauer haben Ärger mit den Vorarbeiten der Hochbauer. Außerdem ist die Baustellentoilette nicht nutzbar. „So ist das halt, wenn viele Gewerke ineinandergreifen.“ Timo Dittner nimmt es gelassen. Zuerst das menschlichste Problem – die Baustellentoilette. Mit der hat er eigentlich gar nichts zu tun. Denn dafür sind die Firmen selbst zuständig. Aber auch um so etwas kümmert er sich natürlich und bittet Verwaltungsmitarbeiterin Natascha Handschak, sich um eine Reinigungsfirma zu kümmern. Großes Problem, einfache Lösung. So kann es weiter gehen.
„Die Elektriker sind noch mit dem Sachverständigen unterwegs. Dann fangen wir mit euch an“, sagt er zu den Leitern der Sanitärfirma. Mit Klemmbrett und Elan geht es hinauf über das alte, kleine Treppenhaus in die erste Etage. „Das Treppenhaus ist eigentlich das einzige, was in diesem Gebäude nahezu erhalten bleibt“, erklärt der Architekt auf dem Weg nach oben. Das alte und verhältnismäßig enge Treppenhaus habe nämlich Bestandsschutz. „Wenn wir das angehen würden, müssten wir alles neu und größer machen. Das wären irre Kosten und ein riesen Aufwand. So bleibt das Treppenhaus – das ja lediglich ein Nebenzugang ist und als Fluchtweg dient – erhalten und wird etwas an die neuen Sicherheitsvorschriften angepasst“, erklärt Timo Dittner. Zu sehen sei eine solche Anpassung beispielsweise am Geländer, das bereits im Vorfeld erhöht wurde.

In der ersten Etage entsteht unter anderem eine Leseinsel mit Kuschelecke in U-Form. Eine Leseinsel gab es vorher schon an anderer Stelle. Diese soll noch einladender werden. „Was halten Sie davon, die Heizungen hier so zu platzieren, dass die Kinder da sitzen können und sich an die warme Wand kuscheln?“, fragt Dittner. Bei Fragen wie dieser geht es nicht nur um die Machbarkeit, sondern auch um die Kosten, denn die müssen im vorgegebenen Rahmen sein. Bei diesem „kuscheligen“ Sonderwunsch des Architekten haben die Mitarbeiter der Sanitärfirma keine Einwände. Weiter geht es mit der Frage des Warmwasserauslasses samt Abfluss. „Bisher hat die Reinigungskraft das Wasser zum Putzen unten in den Duschen geholt und hier hoch geschleppt. Das soll sich natürlich ändern“, erklärt Hausmeister Sascha Panne die Problematik. Auch Verwaltungsmitarbeiterin Natascha Handschak sieht die alte Lösung als nahezu unzumutbar an: „Der Eimer ist schwer und am Ende des Tages noch schwerer.“ Nach einigem Hin und Her und einem kleinen Brainstorming unter den Bauexperten ist auch für dieses Problem eine Lösung gefunden.
Während der Architekt mit den Mitarbeitern der Sanitärfirma, Natascha Handschak und Sascha Panne in der zukünftigen Teeküche diskutiert, tragen die Elektriker kistenweise Leitungskanäle nach oben, ein anderer steht auf einer Leiter und montiert etwas. Die Trockenbauer sind am hämmern und sägen. Durch das Dachfenster sind die Dachdecker zu sehen. Ein Gewusel wie auf einem Ameisenhaufen. Aber Natascha Handschak und Timo Dittmer stimmt das organisierte Chaos fröhlich. „Die Gewerke greifen aktuell gut ineinander. Ich denke, dass wir im August soweit sind, dass es an den Feinschliff der Inneneinrichtung geht“, erklärt der Architekt.

Alle Firmen arbeiten mit Hochdruck. Denn das Ziel ist klar: Die Grundschüler sollen noch in diesem Jahr in die frisch umgebaute und renovierte Grundschule einziehen. Allerdings gelte es bis dahin noch einige Probleme zu lösen. „Die größte Herausforderung ist es Angebote für die einzelnen Arbeiten zu bekommen. Der ganze Prozess kommt immer wieder ins Stocken, weil wir Gewerke nicht vergeben bekommen. Handwerker sind einfach Mangelware aktuell“, erklärt Natascha Handschak. Problematisch war es beispielsweise Dachdecker zu finden oder jemanden für die Metallfassade am Treppenhaus. Dafür gab es vier Bewerber um den Innenputz. „Aber was hilft mir ein Innenputz, wenn die anderen Gewerke nicht fertig sind. Dieses alles passend zu takten ist bei so einem Projekt definitiv die schwerste Aufgabe“, sagt der Architekt.
In der kommenden Woche soll das neu angebaute Treppenhaus eine Aluminium-Glas-Fassade bekommen. Während Timo Dittner gerade anfängt zu erklären, wie das aussehen soll, kommt auch schon die nächste Frage. Die Dachdecker haben ein Problem mit dem Kamin festgestellt. Dieser habe einen Mangel, da müsse noch einmal durch die andere Firma nachgearbeitet werden. Zudem gab es Fragen zu Brandschutzleisten. Für den Architekten ist das Alltag. Routiniert und geduldig beantwortet er alle Fragen. Inzwischen sind auch die Elektriker da. Im Gepäck haben sie die Ergebnisse des Sachverständigen. Fachsimpelei unter Experten. Doch die Stimmung ist allgemein gut. Denn es geht voran und in großen Schritten kommen die Baufirmen der Fertigstellung immer näher.










