Viel Gemeinsames und einige Abweichungen lassen sich beim Vergleich zwischen der Westkirche, zu der beispielsweise die Römisch-katholische Kirche gehört, und der Ostkirche, die die orthodoxen Christen beheimatet, mit Blick auf Weihnachten finden.
Traditionelle griechische Weihnachtsspeisen auf dem Tisch
Auch, wenn kurz vor Weihnachten viel Betrieb im Lokal des griechischen Restaurants herrscht, bleibt der Laden vom 24. bis zum 26. Dezember geschlossen. „Es ist uns ganz wichtig, diese drei Tage mit unseren Familien zu verbringen. Jeden Tag essen wir gemeinsam. Meine Schwiegermutter kocht“, erzählt Junior-Chef Nektarios Sexenidis.
„Auf den Tisch kommen traditionelle griechische Gerichte und Süßspeisen. Wir füllen unsere Weihnachtsgans mit Reis und Kastanien. Oder es gibt Moussaka als Hauptgericht, einen Auflauf mit Auberginen und Hackfleisch. Zum Nachtisch gibt es Melomakarona, ein griechisches Weihnachtsgebäck aus Mehl, Olivenöl und Honig und Koyrabies aus einem mürben Teig, zubereitet aus Mehl, Butter, Eigelb, Zucker, Mandeln und Aromen“, wie Anna Giomidou erklärt.
Griechisch-Orthodoxe Christen: vertraute Bräuche zu Weihnachten
Wie die Westkirchen orientieren sich einige orthodoxe Christen am Gregorianischen Kalender, der auf Papst Gregor XIII im 16. Jahrhundert zurückgeht und nach dessen Zeitrechnung Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wird. Auch die Familie des beliebten griechischen Restaurants in Kierspe feiert ihren Weihnachtsgottesdienst am 25. Dezember in der „Heiliger Nektarios-Griechische Kirche“ in Lüdenscheid. „Dieser Gottesdienst kann bis zu zwei Stunden dauern“, weiß Giomidou aus Erfahrung.
„Rund fünf Prozent der orthodoxen Christen feiern Weihnachten nach dem Kyrillischen Kalender – nach unserer Zeitrechnung am 6. Januar. Der Kyrillische Kalender liegt gegenüber unserem Kalender 13 Tage zurück“, erklärt der Chef des Grills, Sotinios Tsapiopoulos. „Nach dem Kyrillischen Kalender ist an ‚unserem‘ 6. Januar der 25. Dezember.“
Seit über 30 Jahren lebt und arbeitet die Familie in Deutschland. Sexenidis ist in Deutschland geboren und hat Weihnachten in Griechenland noch nie erlebt. „Ich bin mehr Deutscher als Grieche. Und allein aus arbeitstechnischen Gründen würden wir uns an Deutschland anpassen. Es würde für unsere Kunden keinen Sinn machen, wenn wir am 6. Januar schließen.“
Der „Nikolaus“ kommt am 1. Januar
Andere griechische Bräuche werden in Deutschland nicht gepflegt. Statt des Nikolauses am 6. Dezember, bringt nach griechischer Tradition der Heilige Bischof Vassilios an seinem Namenstag, den 1. Januar, die Weihnachtsgeschenke für die Kinder. An dieser Stelle hat sich die Familie an die deutsche Tradition angepasst und beschenkt ihre Kinder schon am 25. Dezember.
Am 24. Dezember ist es für griechische Kinder Brauch, an den Türen ihres Heimatortes Lieder zu singen und dabei Geld und Süßigkeiten einzusammeln.









