Die Schüler aus den Jahrgangstufen zehn bis zwölf, aus den Kursen der Gesellschaftslehre und der Sozialwissenschaft, bekamen die Möglichkeit, sich ein Bild einiger Parteien vor der bevorstehenden Europawahl zu machen. Dabei beantworteten folgende Politiker die Fragen der Schüler: Birgit Sippel (MdEP) von der SPD, Lydia Timmer (Kandidatin für das EP) von der FDP, Jan Ovelgönne (MdEP) von den Grünen, Dr. Peter Liese (MdEP) von der CDU und der Landesvorsitzende Markus Blümke (Kandidat für das EP) von der Partei Volt.
Begrüßung
Alican Sevim von der Gesamtschule eröffnete und begrüßte die Runde mit einem Impuls, den er mit den Schülern und den Abgeordneten teilte. Er sprach Europa an und erklärte, dass die Europäische Union wichtig zur Verteidigung sei und man zusammen halten müsse. „Aktuell ist ein starkes und geeintes Europa besonders wichtig, weshalb man sich dafür einsetzen muss“, forderte Sevim auf. Die EU-Wahl solle insbesondere die Jugend mitgestalten, da es um ihre Zukunft gehe. Neben Alican Sevim hatte sich im Vorfeld Lehrer Dieter Wermekes sowie GsKi-Schulleiter Johannes Heintges um die Umsetzung der Veranstaltung gekümmert.
Speed-Dating
Im „Speed-Dating“-Format wurden an fünf verschiedenen Tischen mit Schülern unterschiedlicher Jahrgangstufen die fünf Parteien vorgestellt. Nach 15 bis 20 Minuten wechselten die Politiker ihren Tisch und gingen anschließend zum nächsten. Die Schüler konnten so einen kurzen Einblick von jeder Partei gewinnen. Das gelang, indem sich die Politiker selbst und deren Partei-Programme vorstellten und sich zudem den kritischen Fragen der Schüler stellten.
Die persönlichen Anliegen der Schüler kristallisierten sich schnell heraus. Ganz vorn im Fragenkatalog: die Cannabislegalisierung. Dr. Peter Liese von der CDU sieht darin eine „große Problematik“, da er den Konsum von Cannabis als „sehr schädlich“ empfindet. Jan Ovelgönne von den Grünen hingegen ging eher auf die positiven Auswirkungen der Legalisierung ein. Die Legalisierung, so Ovelgönne, sorge für weniger Kriminalität im Land, da der Handel eingeschränkt werde. Außerdem sei die Qualität weitaus besser, „wenn man von einem kontrollierten Cannabiskonsum in Deutschland“ ausginge, erklärte Ovelgönne.
Ebenfalls wichtiges Thema im Fragenkatalog der Schüler: die Coronapandemie, während der die Schulen geschlossen waren. Die Schüler kritisierten diese Maßnahmen, worauf sich Dr. Peter Liese auch verständnisvoll äußerte. „Das war der größte Fehler während der Pandemie“, erklärte der Abgeordnete der CDU.
In der dritten Speed-Dating-Runde kam am Tisch der SPD, mit der Abgeordneten Birgit Sippel, die Thematik auf, weshalb Wählengehen so wichtig ist. Sippel nannte ein Beispiel: Man solle sich 100 Wähler vorstellen, von denen 30 Prozent wirklich überzeugte AfD-Wähler sind. 30 weitere haben keine Lust zu wählen und die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf die anderen Parteien. So komme man auf das Ergebnis, dass die AfD bei der Wahl ganz vorne stehe, wenn die Menschen nicht wählen gehen.
Stimmen der Schüler
Die einen Schüler hielten sich aus Diskussionen eher heraus, andere waren wiederum lautstark an den Gesprächen beteiligt. Schüler Jonas erklärte in der Frühstückspause, dass er an Politik generell sehr interessiert sei und somit auch ohne Vorbereitung schon sehr gut informiert war und dadurch konstruktive Diskussionen mit den Abgeordneten führen konnte. „20 Minuten sind jedoch viel zu wenig um wirklich eine ausführliche Diskussion zu führen“, fügte der Schüler im Gespräch mit LokalDirekt hinzu.
Schülerin Lotte, die selbst auch Mitglied bei den Grünen ist, sah es ebenfalls als eine gute Möglichkeit an, die Politiker persönlich zu treffen. Dennoch wurden auch manche Fragen von der Schülerin nicht beantwortet. „Die Frau von der SPD hat manche Fragen abgewimmelt“, kritisierte die Schülerin im Nachgang.
Fotogalerie:


















