Die Geschichte, von Regisseurin und Autorin Martina Schnerr-Bille selbst geschrieben, lehnt sich an die US-Filmkomödie „Sister Act“ (mit Whoopie Goldberg) an: Die Ordensschwestern müssen wegen chronischen Geldmangels ihre Kirche selbst renovieren.
Die „Neue“ ist Schwester Rosemarie. Sie kann sich mit Essen und Abläufen im Kloster nur schwer anfreunden, sucht aber im Konvent Schutz vor Kriminellen aus dem „Tingel-Milieu“, wo sie als Tänzerin für einen Gangster-Boss gearbeitet hat. Das bringt natürlich Unruhe in die Routine. Dazu kommt mit Laura eine junge Punkerin ins Kloster – als erzieherische Maßnahme, um dem Knast zu entgehen. Kommissar Konstantin und sein Team ermitteln, haben aber auch dabei mit Unvernunft und Verrat zu kämpfen. Klar, dass am Ende alles gut wird.
Nonne in Netzstrümpfen übernimmt Chor
Rosemarie, Nonne in Netzstrümpfen und High Heels, übernimmt schließlich nach anfänglichem Zögern den Chor, dessen Gesang sich zunächst anhört wie Katzengejammer. Sir formt ihn zu einem wohlklingenden Klangkörper, fit für den Besuch des Erzbischofs. Punkerin Laura, mit einer Stimme, wie sie bei „Deutschland sucht den Superstar“, spitze gewesen wäre, deckt noch eine Intrige unter den Nonnen auf und wird zum Gutmenschen.
Mit sparsamem Bühnenbild, das ohne Umbauten auskommt, gelungenen Kostümen, gut gewählter, schwungvoller Musik für den Chor und einer tänzerischen Rückblende ins Vorleben von Schwester Rosemarie im Stile der 1920er Jahre, zeigt die Theatergruppe, wie mit einfachen Mitteln gute Unterhaltung produziert werden kann. Martina Schnerr-Bille gelingt es dabei, unterschiedliche Charaktere aus der Consorten-Gruppe passgenau ins Spiel einzubinden.
Gags aus TV-Serien sorgen für Lacher
Wenn der Kommissar bittet „Harry, hol schon mal den Wagen“, ist das vor allem für das gesetztere Publikum ein Gag, der Erinnerungen an Dauerbrenner „Derrick“ mit Horst Tappert als Kommissar und Fritz Wepper als „Harry“ weckt. Für Jüngere gibt’s mit Lauras Stimme den augenzwinkernden Verweis auf das RTL-Format „Deutschland sucht den Superstar“.
Szenenapplaus und langer Beifall der mehr als 300 Besucher sprechen für sich. Fans warfen Rosen auf die Bühne. Martina-Schnerr-Bille bedankte sich beim tollen Publikum, aber mit einer roten Rose auch bei allen Akteuren und ihrem Mann Thomas Bille, der sich mit den Tücken der veralteten Technik im PZ plagen musste. Für die eine oder andere Schauspielerin hätte man sich ein Headset gewünscht, damit ihre dünnen Stimmen besser rübergekommen wären.
Wer die Premiere verpasst hat, hat noch eine Gelegenheit, die Halleluja-Schwestern in den Nachbarorten zu sehen: 7. März in Halver, Anne-Frank-Gymnasium, 14. März, Bildungszentrum Herscheid und 21. März, Stadthalle Meinerzhagen. – Zwei entspannende Stunden sind garantiert. Es lohnt sich.
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