Ennepetal. Noch ist das Gefahrenabwehrzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises an der Strückerberger Straße eine Baustelle. Dennoch zieht das Projekt bereits über die Kreisgrenzen hinaus Aufmerksamkeit auf sich. In den vergangenen Tagen informierten sich mehrere Landräte aus Nordrhein-Westfalen vor Ort über das Konzept und die geplante Nutzung des Zentrums.
Bevölkerungsschutz an einem Standort
Landrat Jan-Christoph Schaberick führte die Gäste gemeinsam mit Christian Kappenhagen, dem für den Neubau zuständigen Fachbereichsleiter der Kreisverwaltung, und Martin Weber, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz, über das rund 17.500 Quadratmeter große Gelände.
Seit August 2023 entstehen dort Hallen-, Lager- und Serviceflächen für Fahrzeuge und Material des Bevölkerungsschutzes. Hinzu kommen Räume für die theoretische und praktische Aus- und Fortbildung, Übungsflächen, Büros sowie die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. Bislang verteilen sich diese Bereiche auf vier Standorte.
„Mit dem Gefahrenabwehrzentrum investieren wir aber nicht nur in Gebäude und Technik und schaffen leistungsfähige Strukturen für die Sicherheit der Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis“, so Schaberick. „Wir achten auch darauf, die neu verfügbaren Flächen möglichst effizient und effektiv zu nutzen“, erläuterte er beim Rundgang. Insbesondere der zuletzt noch beschlossene Einzug der Abteilung Veterinäramt und Lebensmittelkontrolle sei vor diesem Hintergrund zu sehen.
60.000 Liter Diesel für Krisenlagen
Besonders aufmerksam verfolgten die Gäste die Pläne für die Tankanlage. Sie fasst 60.000 Liter Diesel und soll damit die Einsatzfähigkeit von Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst auch bei länger andauernden Versorgungsausfällen sichern. „Viele Kreise beschäftigen sich aktuell damit, wie sie sich für größere Schadenslagen und Krisen möglichst gut aufstellen“, erklärte Schaberick. Die Bündelung verschiedener Aufgaben und die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für die mehr als 4000 Kräfte, die sich im Ennepe-Ruhr-Kreis in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr engagieren, stoße deshalb auf großes Interesse.

Austausch über Krisenvorsorge
Für Martin Weber liegt ein weiterer Wert des Projekts im Austausch mit anderen Kommunen. „Gerade beim Bevölkerungsschutz können alle Beteiligten viel voneinander lernen“, sagte er. Lösungen aus einer Kommune ließen sich nicht selten auf andere übertragen.
Die Inbetriebnahme des Gefahrenabwehrzentrums in Ennepetal ist für Sommer 2027 geplant.









