Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 hat das Meinerzhagener Unternehmen Otto Fuchs eine positive Bilanz seiner damaligen Hilfsaktion „Unternehmen helfen Unternehmen“ gezogen.

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1000 Stunden unbürokratische Hilfe

Kurz nach der Katastrophe stellte der Betrieb eine Einsatzgruppe aus Elektrikern und Schlossern zusammen, um betroffene Firmen im Märkischen Kreis bei Aufräumarbeiten, Reparaturen und beim Wiederanlauf der Produktion zu unterstützen.

Bis Ende September 2021 leisteten Mitarbeitende von Otto Fuchs nach Unternehmensangaben rund 1000 Stunden unbürokratische und kostenlose Hilfe. Unterstützt wurden unter anderem die Unternehmen Friedr. Trurnit, Friedr. Brüninghaus & Söhne, J. D. Geck sowie das Edelstahlwerk W. Ossenberg.

Schnelle Unterstützung nach der Katastrophe

Die Flut im Juli 2021 hatte zahlreiche Städte im Märkischen Kreis schwer getroffen. Für den damaligen Ideengeber der Hilfsaktion, Konstantin Amiridis, war das Ereignis auch persönlich prägend. „Ich war äußerst bestürzt, als meine Heimatstadt Altena Mitte Juli von einer verheerenden Flut heimgesucht wurde“, erinnert er sich.

Aus dieser Betroffenheit heraus organisierte das Unternehmen kurzfristig einen strukturierten Hilfseinsatz. Ein Vorauskommando verschaffte sich zunächst vor Ort einen Überblick über die Schäden und klärte zentrale Fragen – etwa zum Ausmaß der Schäden, zur benötigten technischen Unterstützung und dazu, wie schnell die Produktion mit Hilfe wieder anlaufen könnte.

Hoffnung für den Standort J. D. Geck

Besonders stark betroffen war der Hersteller von Einkaufswagen- und Korbsystemen J. D. Geck. Wasser hatte sämtliche Produktionsbereiche überflutet und Maschinen, Elektrik sowie Infrastruktur massiv beschädigt. Otto Fuchs unterstützte das Unternehmen mit drei Elektrikern und zwei Schlossern.

Betriebsleiter Jens Stein erinnert sich an die Situation damals: „Als das Vorauskommando von Otto Fuchs eintraf, hat das einen richtigen Ruck ausgelöst. Zum ersten Mal hatten wir wieder Hoffnung, dass der Standort eine Zukunft hat.“

Blick in die Hallen von J.D. Geck. Die Folgen der Flut sind auch fünf Jahre später sichtbar.
Foto: Otto Fuchs KG

Heute arbeitet das Unternehmen wieder voll ausgelastet und beliefert Kundinnen und Kunden in ganz Europa. Zudem gibt es Überlegungen für eine vertiefte Zusammenarbeit, etwa bei der Ausbildung zukünftiger Instandhalterinnen und Instandhalter.

Technischer Austausch mit Edelstahlwerk Ossenberg

Auch das Edelstahlwerk Ossenberg war 2021 schwer von der Flut betroffen. Das gesamte Betriebsgelände stand unter Wasser. Zwei Elektriker von Otto Fuchs unterstützten maßgeblich bei der Wiederaufnahme der Produktion.

Geschäftsführer Peter Ossenberg hatte bereits damals die unkomplizierte Hilfe hervorgehoben: „Einfach Aufgabe zugewiesen und wie bei den Mainzelmännchen war’s dann erledigt.“

Bei einem erneuten Besuch Anfang Februar 2026 zeigte sich zudem ein weiterer Effekt der damaligen Unterstützung: Beide Unternehmen nutzen ähnliche Manipulatoren für das Handling von Schmiedestücken. Ossenberg und Otto Fuchs möchten sich hier weiter über Optimierungsmaßnahmen an den Maschinen austauschen.

Auch das Edelstahlwerk Ossenberg war 2021 schwer betroffen, das gesamte Betriebsgelände wurde damals überflutet. Heute läuft der Betrieb wieder reibungslos.
Foto: Otto Fuchs KG

Nachhaltige Wirkung der Hilfsaktion

Auch fünf Jahre nach der Flut sind die Folgen der Katastrophe in der Region noch sichtbar. Nach Einschätzung von Otto Fuchs zeigt sich jedoch ebenso deutlich die nachhaltige Wirkung der damaligen Hilfsaktion: Sie habe dazu beigetragen, dass betroffene Betriebe ihre Produktion schneller wieder aufnehmen konnten, Belegschaften Zuversicht erhielten und regionale Wirtschaftsstrukturen gestärkt wurden.

Die Unternehmensleitung dankte in diesem Zusammenhang insbesondere den Gesellschaftern und den beteiligten Mitarbeitenden, die mit ihrem Einsatz ein Zeichen regionaler Solidarität gesetzt hätten.