Tolle Stimmen, tolle Stimmung. Die A-Capella-Gruppe „Alte Bekannte“ ließ für gut zweieinhalb Stunden den Alltag vergessen. In der Aula des Ev. Gymnasiums boten die fünf Sänger am Samstag 25. April, einen Abend zum Abschalten.
Mit ihrem Programm „Mehr“ hatte die Gruppe, die seit 2018 durch die Lande tourt, auch jüngere Besucher in die Aula gelockt. Das Publikum: durchaus gemischt – und durchweg begeistert. Mal unterhaltsam mit Augenzwinkern nimmt die Gruppe die Tücken des Alltags ins Visier, die Verspätungen der Bahn oder deren falsche Waggon-Reihung. Sie erhoffte sich von der Marihuana-Freigabe gesellschaftliche Entspannung und muss erkennen, dass Drogen nicht helfen und eher ihre Songs Entspannung bieten. Sie ermuntern Neues zu lernen. Denn: „Wenn man es einmal kann, ist es nicht so schwer“.
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Abwechselnd moderieren die Sänger ihr Programm, erklären, wie die Songs entstanden, wie sie vokal Musik machen. Clemens Schmuck schwört, dass alles echt ist, live. Und er zeigt, wie die Beat-Box funktioniert. Vier Vokabeln reichen, um einen Sound zu kreieren. „Kann jeder lernen, wie eine Fremdsprache.“ Mit ihrem Song „Fernando“ stand die schwedische Pop-Gruppe „Abba“ Pate für einen Song über den Lieferservice, dessen zu fette Pizza auch noch kalt ankommt. – Themen, die jeder schmunzelnd nachvollziehen kann.
Klare Kante gegen Hass
Zwischendurch wird es auch politisch. Dann geht es um die zunehmende Überwachung. „Pack die Drohne ein, wir wollen heut Spione sein“, greift einen Trend zur Videoüberwachung auf. Mit „Wir sind mehr“ beziehen die fünf Sänger eindeutig Position gegen Hass und Ausgrenzung. Sie stellen sich denen entgegen, die fordern Künstler dürften sich nicht politisch nicht äußern, selbst aber die Lautesten sind. „Die Freiheit, die wir haben, die geben wir nicht her“, ist ein Statement, dass die 200 Besucher mit tosendem Beifall unterstützen.
Locker, nahbar, lassen sich die „Alte Bekannte“(n) auch nicht lange zu Zugaben bitten. Sie scheinen, ebenso wie das Publikum, Spaß an dem Abend zu haben, Bock auf Zugaben inklusive. Am Ende gibt es Standing-Ovations. Verdientermaßen. Einige tanzten oder wippen in den Gängen mit. Ein erfrischender Auftritt. Ein Abend, der gute Laune macht. Ein Konzert, das ein Höhepunkt im KUK-Programm zum 30-jährigen Bestehens des Vereins für Kommunikation und Kultur ist.
Viele Gelegenheiten die Gruppe, die als Nachfolger der „Wise Guys“ gestartet waren, sich aber längt selbst einen Namen gemacht hat, zu sehen gibt es nicht mehr. Im Januar 2027 starten „Alte Bekannte“ ihre Abschiedstour. Mitte 2027 soll dann Schluss sein. Wer am Samstagabend dabei war, wird das bedauern.








