Ferien, das bedeutet für viele Kinder vor allem eines: spielen, toben und Spaß haben. Beim gemeinsamen Ferienprogramm von Sentiris und der Stadt Halver kam in diesem Jahr noch etwas dazu: Umweltbildung. 26 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren verbrachten eine abwechslungsreiche Woche, in der sie spielerisch viel über Natur, Nachhaltigkeit und Umweltschutz lernten.

Eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen posiert für ein Gruppenfoto vor einem weißen Gebäude mit Ziegeldach.
Die Stadt Halver und Sentiris veranstalteten in der letzten Woche der Sommerferien einen Ferienspaß, bei dem der Umweltschutz im Mittelpunkt stand.
Foto: Hösterey

Von geretteten Lebensmitteln bis zur Wildblume

Jeder Tag stand unter einem anderen Thema. Zum Auftakt beschäftigten sich die Kinder mit Lebensmittelverschwendung und Foodsharing. Eine Referentin brachte gerettete Lebensmittel mit, die anschließend gemeinsam verarbeitet wurden. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wann Lebensmittel tatsächlich nicht mehr genießbar sind, und was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet.

Auch der Dienstag stand ganz im Zeichen der Umwelt. Nach einer kreativen Pause, bei der die Kinder T-Shirts bemalten, ging es gemeinsam mit dem Bund der Heesfelder Mühle nach draußen. In drei Gruppen konnten die Kinder selbst aktiv werden: Sie pflanzten Wildblumen, schützten Obstbäume mit Schafswolle vor Rehen und entfernten invasive Pflanzen, die heimische Gewächse verdrängen.

Mit Schutzanzug zu den Bienen

Besonders spannend wurde es beim Besuch eines Imkers in Breckerfeld. Dort konnten die Kinder Bienenstöcke aus nächster Nähe betrachten, Honig probieren und mehr über Bienen und Hornissen erfahren. Dafür schlüpften die Kinder sogar in Schutzanzüge. Den Honig konnten sie anschließend direkt aus den Waben probieren. „Es wurde keiner gestochen, glücklicherweise“, berichtet Jannica Beckmann, Leiterin des Aquariums Halver.

Müll sammeln wird zum Wettbewerb

Zum Abschluss der Woche rückte der Müll in der Umgebung in den Mittelpunkt. In drei Gruppen zogen die Kinder mit Müllsäcken los und sammelten rund um den Winkhof und in Richtung Skateanlage Abfall.

Aus der Aufräumaktion wurde ein Wettbewerb: Die Gruppe, deren Sack am Ende am schwersten war, gewann einen Preis. Gefunden wurden unter anderem zahlreiche Flaschen, Verpackungen, Drähte und sogar Teile von Autoresten. Auch ein Stück eines Holzzauns landete im gesammelten Müll. Beckmann schätzt, dass insgesamt rund zehn bis 15 Kilogramm zusammenkamen.

Doch es blieb nicht beim bloßen Einsammeln. Die Kinder erfuhren auch, wie lange verschiedene Materialien in der Umwelt verbleiben, und sortierten den Müll anschließend den entsprechenden Kategorien wie Gelber Sack oder Restmüll zu.

„Ich finde es krass, dass ich hier jeden Tag noch was lernen kann“

Dass die Umwelt-Themen bei den Kindern ankamen, zeigte sich laut Beckmann besonders an den Reaktionen der Teilnehmer. Ein Junge habe zu ihr gesagt: „Ich finde es krass, dass ich hier jeden Tag noch was lernen kann, obwohl ich nur zum Ferienspaß angemeldet bin.“

Für Beckmann ist genau das der Erfolg des Programms. Die Kinder sollten schließlich nicht das Gefühl haben, in den Ferien Unterricht zu bekommen. Stattdessen wurde das Wissen mit Spielen und praktischen Erlebnissen verbunden. „Dass man das eigentlich mit den Kindern doch machen kann und überzeugen kann und nicht diesen schulischen Charakter gleichzeitig hat“, sei eine wichtige Erfahrung gewesen, sagt sie.

Ob die Kinder künftig beim Spaziergang Müll aufheben oder Lebensmittel nicht mehr so schnell wegwerfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist — erste Vorsätze gab es bereits. „Wenn Kinder sowas sagen, die gerade erst sechs geworden sind, finde ich das schon beeindruckend, dass sie das mitnehmen können“, sagt Beckmann.

Große Nachfrage nach dem Ferienprogramm

Die Nachfrage nach dem Angebot war groß. Eigentlich waren nur 25 Plätze vorgesehen. Wegen der begrenzten räumlichen Möglichkeiten musste das Team einige Kinder ablehnen. „Ich glaube, die Nachfrage wäre auch für doppelt so viele Kinder“, berichtet Beckmann.

Neben den Umweltaktionen blieb aber ausreichend Zeit für klassischen Ferienspaß. Die Kinder konnten klettern, basteln und sich mit Seilen und Zeltplanen eigene Spielmöglichkeiten bauen. Wegen der sommerlichen Temperaturen standen außerdem Wasserspiele auf dem Programm — eine große Wasserrutsche und Wasserbomben sorgten für Abkühlung.