Beim Ortsparteitag der FDP Plettenberg haben die Mitglieder ihren bisherigen Vorsitzenden Michael Schulte im Amt bestätigt. Schulte wurde bei der Versammlung mit 15 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung erneut zum Vorsitzenden gewählt.
Ebenfalls im Amt bestätigt beziehungsweise neu gewählt wurden Yannick Riedesel als stellvertretender Vorsitzender sowie Justus Hein als Schatzmeister. Als Beisitzer gehören künftig Peter Thiemann und Berkay Öztürk dem Ortsvorstand an. Zur Kassenprüferin wurde Camilla Hundt gewählt, ihr Stellvertreter ist Tim Ihne. Delegierte für den Kreishauptausschuss sind Michael Schulte und Berkay Öztürk.
Zum Ortsparteitag der Liberalen waren 15 stimmberechtigte Mitglieder erschienen. Schulte begrüßte die heimische Landtagsabgeordnete Angela Freimuth sowie den neuen FDP-Kreisvorsitzenden Kai Krause. Die Versammlung fand in den Räumen der früheren Gastwirtschaft Brücher statt.
In ihrer Rede sprach Freimuth über aktuelle Herausforderungen der Partei und kritisierte Entscheidungen auf Bundesebene, darunter den Tankrabatt sowie die Erhöhung der Tabaksteuer. Zugleich verwies sie auf die Unzufriedenheit vieler Bürger mit der Beteiligung der FDP an der vergangenen Bundesregierung. Die aktuelle Landesregierung aus CDU und Grünen bezeichnete sie als „Honeymoonregierung“ und kritisierte unter anderem langsame Fortschritte bei Digitalisierung, Verkehr, Bahn, Binnenschifffahrt, Justiz und Polizei. Mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr rief sie dazu auf, stärker mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Ratsfraktionschef Carsten Hellwig betonte, dass die FDP in Plettenberg nach der Wahl gestärkt sei und nun mehr Gestaltungsspielraum habe. Kern seiner Rede: Die Stadt steckt in einer massiven Finanzkrise (hohes Defizit, sinkende Gewerbesteuer, steigende Pflichtausgaben), deshalb seien harte Sparmaßnahmen, effizientere Verwaltungsstrukturen und Prioritätensetzung nötig. Er verteidigt die Koalition mit der CDU im Rat als pragmatische Verantwortungspolitik. Zugleich fordert er mehr Digitalisierung (inklusive KI), weniger Bürokratie, stärkere Wirtschaftsförderung statt zusätzlicher Verwaltungsstellen und eine klare Ausrichtung auf Investitionen, die Plettenberg wirtschaftlich stärken. Sein Schlussappell: pragmatisch handeln, Kritik aushalten und „ehrliche Politik“ machen.
FDP-Ortsvorsitzender Michael Schulte kritisierte die Bundesregierung scharf und warf ihr vor, in Krisenzeiten nur kurzfristig zu reagieren statt echte Reformen anzugehen. Maßnahmen wie Tankrabatt und Inflationsprämie bezeichnete er als Symbolpolitik. Zugleich betonte er, die FDP sei politisch keineswegs bedeutungslos und verwies auf das starke Wahlergebnis der FDP Plettenberg – das beste im Märkischen Kreis trotz höherer Wahlbeteiligung.
Als Erfolgsfaktor nannte Schulte vor allem den stark auf Social Media ausgerichteten, sachorientierten Wahlkampf ohne persönliche Angriffe. Zudem beklagte er einen hohen Informationsrückstand in der Bevölkerung über kommunale Zuständigkeiten und verwies auf die begrenzten finanziellen Spielräume der Kommunen. Abschließend dankte er Unterstützern und hob hervor, dass der Ortsverband mit 38 Mitgliedern stabil aufgestellt sei.
Junge Liberale sollen neu gegründet werden
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ kündigte Justus Hein zudem die Wiederbelebung der Jungen Liberalen in Plettenberg an. Eine Gründungsversammlung soll demnach im Mai stattfinden. Nach Angaben der FDP haben sich bereits sieben Interessierte zusammengeschlossen. Ziel sei es, junge Menschen für politische Zukunftsthemen zu begeistern.









