Ein neues Team und neue Räumlichkeiten: In den vergangenen Monaten hat sich im Stadtarchiv einiges geändert. LokalDirekt hat die Tour durch die neuen Räume genutzt, um auch mit Leonard Meinhövel ins Gespräch zu kommen. Er wechselte vor kurzem aus dem Krupp-Archiv „Villa Hügel".
Rund 700 Kisten wurden Anfang April benötigt, um den Umzug des Stadtarchivs zu ermöglichen. Der Umbau der Stadthalle macht ihn nötig. Die Renovierungsarbeiten machen die bisherigen Archivräume unbrauchbar.
Umzug ins Herz Meinerzhagens
Das neue Archiv ist zentraler gelegen: Mitten in der Fußgängerzone versteckt sich der unscheinbare Eingang gegenüber der Buchhandlung Schmitz. In den neuen Räumlichkeiten hat das Archiv deutlich mehr Platz als vorher. Auf knapp 400 laufenden Regalmetern liegen Akten und weitere Exponate aus der Geschichte der Stadt.
Für Meinhövel bleibt es trotzdem ein übersichtliches Archiv: "Es ist ein anderes Kaliber, da es deutlich kleiner ist als das Krupparchiv", verrät der 30-Jährige, der im Frühjahr nach Meinerzhagen gewechselt ist. Er hat in Bochum seinen Master in Public History absolviert und nach dem Studienabschluss etwas gesucht, was ähnlich seiner bisherigen Beschäftigung in Essen war.
Froh, eine Stelle bekommen zu haben
"Da war die Frage, ob man die Archivarbeit weitermacht oder ins Museum geht", verrät er auf die Frage, wie es ihn nach Meinerzhagen verschlagen hat. Vor der Bewerbung hatte er keinen Bezug zur Stadt, aber "die Arbeit im Archiv hat mir total Spaß gemacht, die Arbeit mit den Quellen und das Bereitstellen von Wissen." Da die Stellenangebote in dem Bereich jedoch rar sind, freute er sich über die Stelle, die er in Meinerzhagen entdeckt hat.
Es gibt aber auch Unterschiede zur Arbeit im Krupparchiv: "Bis jetzt laufen uns die Besucher nicht die Bude ein", scherzt Meinhövel. In Meinerzhagen findet er vor allem die historischen Personenstandslisten spannend und freut sich, bei der Familienforschung zu unterstützen. "Letzte Woche war eine Frau da, die ein Realschultreffen organisiert. Das war ein glücklicher Zufall, dass wir die Klassenlisten der fünften und zehnten Klasse da hatten", erinnert er sich.
Erfahrener Leiter des Archivs
Er unterstützt Martin Witscher, der seit 27 Jahren im Stadtarchiv arbeitet und die Leitung des Archivs von Ira Zezulak-Hölzer übernommen hat, die vor kurzem in Ruhestand gegangen ist. Sie bereitete den Umzug rund neun Monate vor, ehe sie sich in den Ruhestand verabschiedet hat. Witscher betont, dass Verwaltungsakten der Hauptbestandteil des Archivs sind und nicht jede Klassenliste von sämtlichen Meinerzhagener Schulen vorliegt. "Es gibt vielleicht alte Verträge der Stadt, die immernoch eine Rolle spielen. Die kann man hier nachschauen", erklärt Witscher die Wichtigkeit des Archivs für die Verwaltung.
Aktuell liegen jedoch kaum digitale Akten vor. Die ältesten Papierakten stammen aus dem 19. Jahrhundert. Im Rahmen des Umzugs schaffte das Archiv einen Aufsichtscanner an, um dies zu ändern und die Akten Stück für Stück zu digitalisieren. Diese digitalisierten Akten erleichtern Besuchern den Zugang. Aktuell bietet das Archiv Besuchern eigens eingerichtete Arbeitsplätze, an denen sie die analogen Akten durchschauen können.
Das Stadtarchiv ist montags von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 12 Uhr und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.











