Nur mit dem Aufbau von Containern oder Pavillons kann sichergestellt werden, dass die Geschwister-Scholl-Realschule die angemeldeten Kinder zum neuen Schuljahr aufnehmen kann.

Überregionale Meldungen

Es ist kaum ein halbes Jahr her, dass die Realschule Werdohl geschlossen wurde. Bereits 2016 hatte die Hauptschule in Werdohl den letzten Jahrgang verabschiedet. Einzige weiterführende Schule der Stadt ist nun die Albert-Einstein-Gesamtschule am Riesei, gegen die aber eine Abstimmung mit den Füßen läuft. Die Folge: Eltern melden ihre Kinder an „klassischen“ Schulen an, zum Beispiel an der Geschwister-Scholl-Realschule in Plettenberg. Die platzt aus allen Nähten.

Als der Bau- und Planungsausschuss jetzt die Schule besichtigte, offenbarten Christoph Wilk und Steffen Paclik von der Stadtverwaltung das Dilemma. 675 Schüler besuchen die Geschwister-Scholl-Realschule. Zum neuen Schuljahr ist der Anmeldedruck wieder überaus stark; der Anteil Werdohler Kinder, die die Klasse 5 besuchen sollen, ist erheblich. Die Schule steuert auf einen durchgängig fünfzügigen Betrieb zu.

In der Plettenberger Politik war angesichts dieser Dramatik — und vor die Perspektive gestellt, dass auf Sicht auch sechszügige Jahrgänge zustande kommen könnten — erwogen worden, einen Schuleinzugsbereich zu definieren. Das hätte ein „Plettenberger Kinder first, Werdohler Schüler second“ bedeutet — „geht aber nicht“, beschied Christoph Wilk vor Ort. Dadurch, dass es in Werdohl keine Realschule mehr gibt, hätten die Eltern das Recht auf die freie Schulwahl.

Wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gäbe, müsse das Los entscheiden — mit dem Risiko, dass Werdohl Kinder einen Platz an der Realschule erhielten und Plettenberger Schüler abgewiesen würden, erklärte Wilk weiter. Er und Steffen Paclik präsentierten dem Bau- und Planungsausschuss eine Studie, wie durch den Aufbau von zwei Container-Schulklassen Raum geschaffen werden kann. Die beiden Klassen würden in der durch einen Schotter-Unterbau befestigten Grünfläche am Wendehammer zwischen KBOP-Hauptschulgebäude (Albert-Schweitzer-Straße 6, derzeit Ausweichquartier der Realschule)  und der „neuen“ Dreifachturnhalle an der Albert-Schweitzer-Straße 8 aufgestellt.

Die beiden Verwaltungsmitarbeiter rieten dazu, die Container nicht zu mieten, sondern zu kaufen und möglichst gut erhaltene, gebrauchte Exemplare zu wählen. „Das kostet genauso viel, als wenn wir mieten — und später können wir die Container weiterverkaufen.“ Es wird mit Anschaffungskosten von 130.000 Euro gerechnet; die Herstellung der Versorgungsanschlüsse wird auf 10.000 Euro beziffert.