Das alkoholfreie Café „Sprungbrett“ hat sein Angebot um Themenabende erweitert. Bei der ersten Veranstaltung ging es um das Thema Co-Abhängigkeit.

  

„Rund ein Drittel unserer Klienten sind als Partner von Suchtkranken in eine Co-Abhängigkeit geraten“, verdeutlichten Andrea Bäcker und Monika Triffo. Beide sind Beraterinnen der Suchtberatungsstelle Lüdenscheid des Diakonischen Werkes mit langjähriger Erfahrung. Das alkoholfreie Café ist ein Angebot dieser Beratungsstelle. Unter den Gästen waren an diesem Abend Menschen, die aus eigenem Erleben über das Dilemma der Co-Abhängigkeit berichteten.

„Der Suchtkranke ist und bleibt in der Regel ein geliebter Mensch“, erklärte Andrea Bäcker. Deshalb versuche die Partnerin oder der Partner der geliebten Person zunächst alles recht zu machen und gerate so in eine gefährliche Spirale.

Oft sei es so, dass der oder die Abhängige die Sucht durchaus wahrnehme, aber glaube, jederzeit aufhören zu können. Die co-abhängige Person teile diesen Glauben oft, werde jedoch immer wieder enttäuscht. Wut und Hoffnungslosigkeit nähmen zu, ein Ohnmachtsgefühl entstehe.

Eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt

Schließlich würden eigene Bedürfnisse zurückgestellt, das eigene Leben finde nicht mehr statt, alles drehe sich nur noch um die suchtkranke Person. Existenzängste verschärften die Lage, wenn der Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin suchtkrank sei.

In einer solchen Situation sei es sehr schwierig, die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden, erläuterte Monika Triffo. „Wie geht man mit Liebe, Sorge, Wut oder auch Verletzungen um?“ fragte sie. Das Wechselbad der Gefühle könne über Jahre anhalten. Ohne Hilfe von außen sei der Teufelskreis nicht zu durchbrechen.

Angehörige werden mit in die Arbeit einebzogen

Unterstützung könne ein geschützter Raum wie das alkoholfreie Café „Sprungbrett“ bieten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügten über viel Erfahrung und arbeiteten mit der Suchtberatungsstelle zusammen. Ein besonderes Merkmal der Arbeit der Suchtberatungsstelle liege zudem in der umfangreichen Einbeziehung der Angehörigen von Suchtkranken.

Monika Triffo betonte: „Es ist sehr wichtig, präventiv zu arbeiten.“ Das Verhalten von Co-Abhängigen könne beispielsweise auf Kinder in der Familie abfärben. Oftmals entwickele sich so ein Helfersyndrom, das sich dann über Generationen fortsetze.

Das Café „Sprungbrett“ im „Navi“ an der Altenaer Straße 3 öffnet in den nächsten Wochen wie folgt:

Freitag, 15. Mai von 19 – 21:45 Uhr

Freitag, 29. Mai von 19 – 21:45 Uhr

Freitag, 12. Juni von 19 – 21:45 Uhr

Freitag, 26. Juni von 19 – 21:45 Uhr

Freitag, 10. Juli von 19 – 21:45 Uhr

Freitag, 17. Juli Kirche Oberrahmede, Sommerfest von 19 – 21.45 Uhr

 

Kontakt zur Suchtberatungsstelle (Lessingstraße 15, Lüdenscheid): Telefon 023 1/90 74 57

E-Mail: [email protected]