Leni verteilt Arbeitsblätter und Stifte. Ava erklärt die Aufgabe. Phil beantwortet Fragen der Mitschüler. Die drei Neunjährigen sind ein eingespieltes Team. Sie schulen Mitschüler aus den Klassen drei und vier im Umgang mit Medien. In der Woche vor den Osterferien stand der Umgang mit Internet & Co auf dem Stundenplan der Bismarckschule.
Als Lehrkräfte agierten die Medienscouts, die es seit den Herbstferien an der Schule gibt. In vier Blöcken ging es um Fotorechte. Sie wurden jeweils von unterschiedlichen Teams betreut. Darf man Bilder ins Internet stellen? Was muss man beachten? Emoji-Sprache war ein Thema. Dazu muss man wissen, was die Piktogramme bedeuten, um Ärger zu vermeiden. Zudem ging es um „Suchen und finden“ und den Umgang mit persönlichen Daten.
Die Medienscouts Leni, Ava und Phil setzen das ideenreich um. Aus einer Schatztruhe werden Zettel mit Begriffen gezogen. Die Mitschüler müssen entscheiden, ob die Begriffe vertraulich sind oder zu persönlichen Daten gehören. Darf man verraten, wie viele Kuscheltiere man hat? Oder wie hoch die Hundesteuer ist? Die Botschaft: Persönliche Daten wie Handynummer oder Adressen muss man hüten wie einen Schatz.
„Alle sind total motiviert“, sagt Volker Lübke. Er hatte mit Schulleiterin Stefanie Fischer das Projekt im Herbst angestoßen. „Die Erfolge in dieser Woche zeigen, dass der Peer-to-Peer-Ansatz richtig ist“, bilanziert Lübke. Im Mediencamp unterrichten die Scouts Gleichaltrige auf Augenhöhe. Der Lehrer agiert im Hintergrund und läutet die alte Schulglocke, wenn die Arbeitsgruppen wechseln.
Probleme verinnerlicht – Scouts greifen im Unterricht ein
Inzwischen greifen die Medienscouts auch im Unterricht ein. Wenn die Schüler recherchieren müssen und bei Google suchen, verweisen die Medienscouts auf kindgerechte Suchmaschinen. „Alle können mit Handy oder Tablet umgehen“, sagt Volker Lübke aus dem Schulalltag. Technisch sind sie versiert. Die Medienscouts sollen vor allem für die Gefahren sensibilisieren, denen Heranwachsende im Internet ausgesetzt sind.
Die kurzen Lehreinheiten sitzen. In der Arbeitsgruppe „Persönliche Daten“ hat Leni (9) „gelernt, was persönliche Daten sind und was man anderen sagen darf und was nicht“. Die Schulen können sich auf Arbeitsmaterialien der Landesanstalt für Medien stützen. Für Volker Lübke ist es entscheidend, dass die Eltern mitziehen. Für sie gibt es eine Broschüre, die Anleitungen enthält, wie Kinder mit Smartphone, Social-Media-Kanälen oder Suchprogramm umgehen können.
Nach dem Medientag helfen die Medienscouts nach Absprache auch in den Klassen bei Medienfragen. Die Servatiusschule als Partnerschule soll auch davon profitieren. Dort werden die Medienscouts ihr Wissen nach den Osterferien weitergeben. Kindgerecht und kreativ.











