Einstimmig empfahl der Ausschuss für Bauen und Umwelt in seiner Sitzung am Dienstag, 5. Mai, dem Rat den Bau einer neuen Brücke über die Rönsahl. Die drei Enthaltungen resultierten nicht aus Ablehnung gegenüber dem Brückenprojekt, sondern dessen Ausgestaltung.

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Über das Förderprogramm Nahmobilität des Landes Nordrhein-Westfalen soll ein Großteil der Kosten für die neue Fußgängerbrücke finanziert werden. Der entsprechende Förderantrag wurde bereits bei der Bezirksregierung gestellt, die erste Rückmeldung aus Arnsberg war positiv. In diesem Zuge wurden auch mögliche Varianten der Brücke besprochen, die förderfähig sind.

Herausgekommen ist dabei eine 14,5 Meter lange und 2,5 Meter breite Stahlleichtbrücke. "Der Bau dieser Brücke führt zur weiteren Barrierefreiheit sowie zu einer verbesserten Zugänglichkeit und Nutzbarkeit des Weges entlang der Rönsahl. Der innerörtliche Naturraum wird dadurch deutlich attraktiver und die Erholungsfunktion erheblich verbessert", heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung.

FWG macht sich für Rundholzbrücke stark

Peter Christian Schröder, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft, fordert eine andere Optik der Brücke. "Jetzt bauen wir hier, mitten in der Natur, eine Leichtstahlbrücke. Da habe ich kein Verständnis für. Mir wäre es lieber, wir würden da eine Rundholzbrücke hinbauen", machte er sein Missfallen mit der bisherigen Planung deutlich.

Die in diesem Zuge durch Schröder angeführten Argumente, dass die Rundholzbrücke günstiger und wartungsärmer sei, versuchte Helmut Heidemann, Leiter des Tiefbauamtes, zu entkräften. Er sah genau das Gegenteil: Höhere Kosten und mehr Wartungsaufwand beim Naturwerkstoff Holz. Weitere Diskussionen zu dem Thema konnte Kämmerin Kerstin Steinhaus-Derksen jedoch schnell beenden: Eine Rundholzbrücke, auch das habe die Verwaltung im Vorfeld geklärt, ist nicht förderfähig.

Für den aktuellen Entwurf sind Kosten von knapp 240.000 Euro eingeplant. 80 Prozent davon, also rund 190.000 Euro, werden vom Land gefördert. Für die Stadt Kierspe verbleiben etwa 50.000 Euro aus dem eigenen Haushalt. Eine Rundholzbrücke hingegen müsse komplett selbst finanziert werden.

Kein offizieller Radweg

Die Größe der Brücke kommt laut Heidemann daher, dass rund zwei Meter Höhenunterschied auf den beiden Seiten der Rönsahl sind - diese müssen mit einem Gefälle von maximal sechs Prozent ausgeglichen werden, sonst ist die Brücke nicht barrierefrei und damit ebenfalls nicht förderfähig. Für einen Radweg sind die geplanten 2,5 Meter jedoch immernoch zu schmal, weshalb die Brücke als reine Fußgängerbrücke deklariert werde. "Wir werden keinen anhalten, der da auf zwei Rädern unterwegs ist", machte Heidemann jedoch abschließend deutlich.

Der Ausschuss stimmte mit drei Enthaltungen von den beiden FWG-Ausschussmitgliedern und Marie-Luise Linde (CDU) für die weitere Beantragung des Förderprogramms. Auch der Schulhof der Gesamtschule war Thema in der Ausschusssitzung.