Elf Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren folgten der Einladung – und wurden zunächst mit den unangenehmen Seiten des Konsums konfrontiert: Die Kids schwärmten in der sommerlichen Hitze aus, um herumliegenden Müll einzusammeln. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, war aber als Material zum Basteln nicht gedacht. „Wir haben selbst bei uns Abfall gesammelt, der sich zum Basteln eignet, die Sachen wurden natürlich auch richtig gereinigt“, erklärt Sabine Peters. Beide Organisatorinnen engagieren sich ehrenamtlich bei besonderen Aktionen rund um die Stadtbücherei. Mit Müll gebastelt haben sie bisher aber noch nicht. Die wochenlange Sammelaktion im Vorfeld hat allerdings daheim zu erstaunlichen Effekten geführt: „Unsere Mülltonne blieb fast leer“, schmunzelte Nadja Jacobs.

Doch das Konzept, Abfall auf diese Weise zu „upcyclen“, also aufzuwerten, wurde nicht nur von den Kindern sehr gut angenommen, die Betreuerinnen waren auch von den Ideen der Kinder beeindruckt. Dabei hatten sie extra Handys und Tablet-PCs mitgebracht, mit denen die Teilnehmer im Internet surfen konnten, um sich inspirieren zu lassen. Doch das sei kaum nötig gewesen. Die Kinder hatten nicht nur ungewöhnliche Ideen, sondern haben diese auch mit viel handwerklichem Geschick umgesetzt. Dekorativ hat Salvatore aus einer großen Plastikflasche eine „Minion“-Figur geschaffen, obwohl die allseits beliebten Zeichentrickfilm-Helden eher der Spielzeugkapsel eines „Überraschungs-Eies“ ähneln.
Sabine Peters hat auch zwei eigene Kinder mitgebracht. Die älteste Tochter, Mia, war – nach eigenem Bekunden – anfangs noch nicht so motiviert. Doch schnell hatte sie eine zündende Idee: Die Elfjährige zauberte aus einer großen Dose einen Smartphone-Halter, der mit grünem Filz und bunten Kronkorken geschmückt wurde. Ihr Papa darf sich auf ein schönes Accessoire zum nächsten Sportereignis im Fernsehen freuen! Die acht Jahre alte Lea ist sowieso vollständig vom Bastel- und Dekovirus infiziert, und soll bereits Playmobil-Häuser tapeziert haben.

Mit am Tisch sitzt auch Mina. Das neunjährige Mädchen gestaltet sozusagen im Akkord und fing an diesem Nachmittag mit einer Schatztruhe an, die sie geschmackvoll mit Glassteinen beklebte.
Natürlich können diese kleinen Kunstwerke nicht alleine aus Abfall gestaltet werden. So haben die Organisatorinnen auch eine Menge Bastelmaterial im Gepäck. Ebenso wie ein wichtiges Werkzeug: Heißkleber spielt eine tragende Rolle! Die Aktion darf mit Fug und Recht als Gelungen bezeichnet werden – eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in der für manche Kinder ansonsten eher langweiligen Ferienzeit. Somit wurde klar: Basteln ist nicht nur eine schöne Beschäftigung, wenn draußen Minusgrade herrschen oder Dauerregen vom Himmel fällt.









