Die Diskussion um die Barrierefreiheit auf der Frankfurter Straße beschäftigt die Politik in Halver seit Jahren. Nun zeichnet sich eine Lösung ab: Nach einer Ortsbegehung und intensiven Beratungen im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz soll zunächst mit kleineren Maßnahmen für Entlastung gesorgt werden. Langfristig bleibt jedoch ein umfassender Umbau der Straße im Blick.

Ortsbegehung macht Handlungsbedarf deutlich

Die aktuelle Diskussion geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion vom 18. Mai zurück. Ziel ist es, die Situation für Fußgänger, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Eltern mit Kinderwagen spürbar zu verbessern. Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung der Ausschussmitglieder wurde das Ausmaß der Probleme noch einmal deutlich sichtbar. Besonders das Kopfsteinpflaster stellt für viele Menschen eine erhebliche Herausforderung dar.

Ausschussvorsitzender Martin Kastner (SPD) schilderte seine Eindrücke vor Ort: „Die meisten kennen das Kopfsteinpflaster. Ich habe selbst erlebt, wie eine Mutter mit einem Kinderwagen krampfhaft versucht hat, rüberzukommen. Ich habe selbst manchmal Schwierigkeiten, wenn ich einen schlechten Tag habe.“

Ein Platz mit Kopfsteinpflaster in einer Wohngegend. Im Hintergrund stehen mehrere Häuser, darunter ein Gebäude mit dunkler Fassade und einem roten Auto davor. Der Himmel ist bewölkt.
Politik setzt bei Barrierefreiheit auf der Frankfurter Straße auf schrittweise Verbesserung.
Foto: Amaris Seegmüller

Vier barrierefreie Querungen als kurzfristige Lösung

Auf Grundlage des SPD-Antrags wurde die Verwaltung beauftragt, mögliche Lösungsansätze zu prüfen. Im Ausschuss stellte Michael Schmidt, Fachbereichsleiter für Bauen, Umwelt und Klimaschutz schließlich drei Varianten vor.

Die erste und von der Verwaltung bevorzugte Variante sieht vor, an vier Stellen barrierefreie Querungen einzurichten. Dafür soll das Kopfsteinpflaster in den seitlichen Rinnen durch Asphalt beziehungsweise Gussasphalt ersetzt werden. Dadurch würde insbesondere das Queren der Straße für mobilitätseingeschränkte Menschen deutlich erleichtert.

Austausch des Pflasters als mittelfristige Option

Als zweite Variante wurde der Austausch des kleineren Kopfsteinpflasters im Bereich zwischen den Hausnummern 22 und 30 geprüft. Diese Lösung würde die Situation zwar verbessern, wäre jedoch deutlich aufwendiger. „Außerdem sind wir bis 2028 in der Förderbindung für die Straße eingebunden“, erläutert Schmidt. Eine vorzeitige Maßnahme könnte finanzielle Rückforderungen nach sich ziehen. Größere Eingriffe seien daher aktuell nur eingeschränkt möglich. Für den Austausch von rund 20 Quadratmetern Pflaster veranschlagt die Verwaltung Kosten von etwa 30.000 Euro.

Umfassender Umbau nach Ablauf der Förderbindung

Die dritte Variante sieht einen vollständigen Umbau des Straßenkörpers vor. Diese Lösung gilt als nachhaltig, wäre jedoch zugleich die kostenintensivste und erst nach Ablauf der Förderbindung im Jahr 2028 umsetzbar.

Ein Luftbild zeigt die Frankfurter Straße in Halver, wobei eine rote Linie den Verlauf der Asphaltfläche markiert. Die Straße biegt sich in einem weiten Bogen und wird von Wohngebäuden gesäumt.
Layout Frankfurterstraße Asphaltfläche.
Foto: Screenshot: Amaris Seegmüller

Deutliche Worte aus dem Ausschuss

„Das Kopfsteinpflaster ist schon lange ein Dorn im Auge vieler Bürger“, erörtert Jürgen Wichert (SPD). „Es ist nicht leicht zu begehen, aber auch die Geräuschentwicklung ist immens für die Anwohner und die Menschen in den Lokalen. Selbst bei Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ist es in den angrenzenden Lokalen oft schwierig Gespräche zu führen.“

Auch Andreas Hesse (CDU) meldete sich zu Wort: „Die Kosten möchte ich gerne vorher schon wissen.“ Zudem warnte er davor, das Thema zu verschleppen: „Wir wollen nicht wieder eine endlose Hängepartie machen. Wenn es eine gestufte Vorgehensweise gibt, aber ab 2028 eine größere Maßnahme geplant wird, sollten wir das jetzt schon beschließen.“

Eine gepflasterte Straße mit Geschäften und Bäumen entlang der Frankfurter Straße. Im Vordergrund ein grüßer Strauch.
Politik setzt bei Barrierefreiheit auf der Frankfurter Straße auf schrittweise Verbesserung.
Foto: Amaris Seegmüller

Verwaltung setzt auf ersten Schritt

Bürgermeister Armin Kibbert stellte klar, dass die Verwaltung bereits den ersten Umsetzungsschritt vorbereitet: „Das ist eine Bekanntgabe, dass wir das machen werden.“ Ziel sei es, den problematischen Bereich kurzfristig besser passierbar zu machen. Gleichzeitig betonte er, dass größere Veränderungen einen politischen Beschluss erfordern: „Das andere ist ein zweiter Step, der beschlossen werden muss. Da muss strukturell, was am Straßenkörper verändert werden, wenn das gewollt ist.“

Vor diesem Hintergrund sprach sich die Verwaltung für die kurzfristige Variante eins aus. Der Ausschuss überwies das Thema anschließend an den Hauptausschuss und den Rat.