Im Kreishaus stand ein Thema im Mittelpunkt, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet: die Erinnerungsarbeit. Landrat Ralf Schwarzkopf, zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, tauschte sich mit Jens Effkemann über aktuelle Aufgaben und Perspektiven aus.
Im Märkischen Kreis übernimmt traditionell der Landrat den Vorsitz des Volksbundes. Entsprechend ging es um Formalien, vor allem aber um die Weiterentwicklung der gemeinsamen Arbeit, teilt der Kreis mit. Der Volksbund ist seit 1954 im Auftrag des Bundes für die Erfassung, Pflege und den Erhalt deutscher Kriegsgräber im Ausland zuständig. Im Inland liegt diese Aufgabe bei den Kommunen, die dabei fachlich unterstützt werden.
Zugleich versteht sich der Volksbund als Brückenbauer zwischen Generationen und Nationen. Mit Bildungsangeboten und internationalen Begegnungsprogrammen – insbesondere für junge Menschen – soll Geschichte erfahrbar gemacht und das Bewusstsein für Frieden gestärkt werden. „Erinnerung ist nichts Statisches, sondern muss aktiv gestaltet werden“, betonte Schwarzkopf mit Blick auf die zunehmende Bedeutung von Gedenkstättenarbeit.
Ein Beispiel für diese lebendige Erinnerungskultur seien die Veranstaltungen rund um den Jahrestag der Deportation der letzten jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Lüdenscheid am 28. April 1942. Unter dem Titel „Jahrestag der letzten Lüdenscheider Judendeportation“ hat der Verein Ge-Denk-Zellen eine Veranstaltungsreihe organisiert.
Ausstellung zum Auftakt
Den Auftakt bildet eine Ausstellung im Jürgen-Dietrich-Forum im Rathaus Lüdenscheid, die bis zum 22. Mai zu sehen ist. Die Eröffnung fand am 23. April unter anderem mit Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und Jens Effkemann statt. Am 28. April folgt um 19 Uhr eine Lesung von Lorenz Hemiker unter dem Titel „Vom Bauamt in Lüdenscheid zu den Todesgruben im Baltikum“.
Weitere Vorträge schließen sich an: Am 12. Mai sprechen Stefan Corssen und Matthias Wagner über Kriegsendverbrechen zwischen Köln und Lüdenscheid. Am 19. Mai beleuchtet Stefan Klemp die Rolle von Polizeibataillonen im Nationalsozialismus. Weitere Informationen sind online abrufbar.








