Zum „Jahrestag der größten Lüdenscheider Judendeportation“ erinnern der Ge-Denk-Zellen-Altes-Rathaus e.V. in Kooperation mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge mit einer Ausstellung des Riga-Komitees mit Begleitproramm. Am Dienstag, 28. April, liest Lorenz Hemicker aus seinem Buch „Mein Großvater, der Täter“.

 

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Bürgerforum des Lüdenscheider Rathauses. Hier ist bis zum 20. Mai auch die Ausstellung zu sehen. 

Im Spätherbst des Jahres 1941 ermorden die SS und ihre Helfer über 27.000 Juden im Wald von Rumbula. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker. Verurteilt wird er dafür nie. 

Sein Enkel Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer vagen Ahnung auf, welches Verbrechens sich sein Großvater schuldig gemacht hat. Er kennt nur ein paar Sätze, die sein Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt. 

Als beide nach Lettland reisen wollen, um mehr über die Taten von Ernst Hemicker zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Für Lorenz Hemicker wird diese Zäsur der Beginn einer jahrelangen Suche nach den Spuren seines Großvaters. Sie führt ihn an den Ort des Massakers, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und in die Tiefen deutscher Weltkriegsarchive. Lorenz Hemicker zeichnet in seinem Buch den Weg seines Großvaters aus dem Lüdenscheider Bauamt zu den Todesgruben in Lettland nach. 

Dabei entsteht das Bild eines Mannes, der – wie viele andere mit ihm – vom Jedermann zum Täter wird und dessen Taten seinen Sohn und seinen Enkel noch lange über seinen Tod hinaus wie ein Schatten begleiten. Es ist eine bewegende, fesselnd erzählte Recherche. Sie führt mitten hinein ins Herz der Fragen von deutscher Schuld und dem Wissen darum in den Familien. (www.rowohlt.de)