Aufblasbare Sommerartikel versprechen unkomplizierten Badespaß für die ganze Familie – besonders bei den aktuell warmen Temperaturen. Doch beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf Material und Qualität. Denn gerade günstige Produkte können Schadstoffe enthalten und oft schneller kaputtgehen als gedacht.

Überregionale Nachrichten

Vom klassischen Wasserball über den Schwimm-Dino bis hin zur Badeinsel für die ganze Familie: Aufblasbare Sommerartikel lassen sich leicht im Reise- und Ausflugsgepäck verstauen und versprechen Badespaß für Kinder und Erwachsene.

Produkte aus weichem PVC (Polyvinylchlorid) gelten jedoch als potenzielle Risikoprodukte, da sie gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten können und häufig nur eine begrenzte Lebensdauer von einem Sommer haben. Verbraucher sollten daher beim Kauf von Luftmatratzen, Schwimmringen oder Pools besonders auf Materialqualität, Schadstoffprüfungen und Sicherheitskennzeichen achten, rät Fabian Braukhoff, Umweltberater bei der Verbraucherzentrale NRW in Lüdenscheid. „Wer einige Regeln befolgt, kann sorgenfrei in den Sommer starten."

Materialstärke prüfen

Die Dicke der PVC-Folie ist wichtig für die Haltbarkeit. Mindestens 0,25 Millimeter Folienstärke sollten es sein. So sind die Produkte stabiler und weniger rissanfällig. Dünnere Varianten neigen schneller zu Löchern und sind daher sehr kurzlebig. Auch bei intensiver Sonneneinstrahlung behalten dickere Produkte besser ihre Form.

Vor dem Kauf lohnt sich ein kurzer Fingertest: Das Material sollte sich fest anfühlen, ohne dass man es durchdrücken kann, erklärt die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung. Hersteller hochwertiger Produkte geben die Materialstärke meist auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung an.

Auf Schadstoffe achten und im seriösen Handel kaufen

PVC-Spielzeuge können unter anderem bestimmte Phthalat-Weichmacher enthalten, die das Hormonsystem schädigen. Verbraucher sollten nach Hinweisen wie „Phthalatfrei“ suchen und auf Schadstoffprüfsiegel achten. Namhafte europäische Hersteller werben offensiv mit solchen Angaben. Produkte mit GS-Zeichen oder Schadstoff Prüfsiegeln (beispielsweise TÜV Rheinland oder DEKRA) garantieren, dass gesetzliche Grenzwerte eingehalten werden.

Billigangebote – ob aus dem stationären oder dem Online-Handel – sollten Verbraucher hingegen meiden. Generell gilt, auch beim Kauf am Urlaubsort: Ein starker chemischer Geruch und schlechte Verarbeitung sind Warnsignale und deuten auf minderwertige Qualität hin.

Richtig pflegen und lagern

Nach der Nutzung im Salzwasser oder in chlorhaltigen Pools sollten PVC-Artikel gründlich mit Süßwasser abgespült werden und anschließend im Schatten vollständig trocknen, bevor sie zusammengelegt oder verstaut werden. So lassen sich Materialschäden und Schimmelbildung vermeiden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Außerhalb der Sommersaison brauchen die Produkte einen dunklen Lagerplatz. Reparatursets, die vielen Verpackungen beiliegen, lassen sich im Nähkästchen oder der Werkzeugkiste bei Bedarf leicht wiederfinden und verlängern die Lebensdauer des Wasserspielzeugs.

Alternativen zu PVC in Betracht ziehen

Aufblasbare Schwimmtiere, Planschbecken und Ähnliches zu finden, die frei von PVC sind, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aber es gibt Alternativen: Schwimmnudeln und anderes Wasserspielzeug aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) sind unbedenklicher als PVC-Produkte und halten meist auch länger. Wer bereit ist, etwas mehr zu investieren, kann auf PVC-freie Folie zum Beispiel aus TPU (Thermoplastisches Polyurethan) setzen. Dieses Material ist ebenfalls flexibel und benötigt in der Regel keine bedenklichen Weichmacher.

Eine sinnvolle Planschbecken-Alternative für die Kleinsten sind sogenannte Sand- und Wassermuscheln aus hartem Kunststoff. Weiterer Vorteil: Sie können nicht nur im Sommer genutzt werden, sondern sind auch als Sandkasten geeignet und halten länger als eine Saison, so die Verbraucherzentrale.