Die Friedengrupp Lüdenscheid lud am Sonntag, 6. September, anlässlich des Antikriegstages in Lüdenscheid zum sogenannten Russenfriedhof in Hühnersiepen ein. Diese Veranstaltung findet bereits seit 65 Jahren statt.
Den musikalischen Rahmen lieferte Rüdiger Drallmeyer mit seiner Hundswinkelballade und weiteren Liedern zum Thema Krieg und Faschismus. In seiner Begrüßung sprach Bernd Benscheidt den Hintergrund und Geschichte des Antikriegstags an. Er schilderte zudem die aktuelle gesellschaftliche und politische Situation. Danach folgte der Redebeitrag von Martin Sander.
Martin Sandern gab er einen historischen Blick auf die Entstehung des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel und dessen hunderte Opfer, die an diesem Platz begraben sind. Ebenso berichtete er vom neuesten Stand der Forschung. Danach handelt es sich bei Hühnersiepen/Hunswinkel um den größten Exekutionsplatz des damaligen Gau Köln. Kurz vor Kriegsende wurden mehr als 500 zivile Opfer aus Gefängnissen des Gaus hierher getrieben und von deutscher Polizei erschossen. Unter den Opfern waren auch jüdische Mitbürger betroffen, die besonders dem Rassenwahn und Hass des Nationalsozialismus ausgesetzt waren.
Martin Sander schlug den Bogen zur Gegenwart, die geprägt ist von einem gesellschaftlichen Rechtsruck im Diskurs betrieben von einer immer stärker werdenden AfD.
Auch an diesen Aspekt knüpfte der diesjährige Gast, Felix Oekentorp von der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK), in seinem Redebeitrag an. Auch er mahnte, die Ziele der AfD als einer Partei genau zu analysieren. Sie mache die Demokratie verächtlich. Im weiteren Blick auf das aktuelle Weltgeschehen mahnte er die Wahrung des Völkerrechts an, das für alle gelte. Nichts könne einen Völkerrechtsbruch rechtfertigen. Weder den Angriff Russlands auf die Ukraine noch den Angriff der USA auf den Iran. Dem stehe eine UNO gegenüber, die zusehends geschwächt und ausgehebelt werde.
Ohne starke UNO jedoch sei das Völkerrecht nicht mehr durchsetzbar. In Deutschland wie auch international sei eine zunehmende Militarisierung zu beobachten. Rüstungsausgaben haben sich in den letzten Jahren fast verdreifacht. Eine Erhöhung der Truppenstärke der Bundeswehr auf 360.000 sei von den Regierenden gefordert und angestrebt. Felix Oekentorp sieht die baldige Wiedereinführung der Wehrpflicht als sicher an. Sie sei kaum noch zu verhindern. Dennoch müsse man dem deutlich entgegentreten durch Widerspruch und Protest.










