Rappelvoll wie bei manch anderer Veranstaltung war der Volmefreizeitpark am vergangenen Sonntag nicht, obgleich die „Zutaten“ ähnlich waren: Mit Livemusik, Attraktionen für Kinder, Kaltgetränken und manchem Gaumenschmaus wurde beim Aktionstag „Stadtradeln“ eine Menge geboten, um die Gäste anzulocken. Und davon kamen etliche, Silja Hohmann zeigt sich zufrieden. Die Klimaschutzbeauftragte der Stadt Kierspe hat die Veranstaltung in der Raukstadt maßgeblich mit organisiert, die zeitgleich auch im benachbarten Meinerzhagen lief.
Beteiligt sind darüber hinaus auch weitere Städte im Volmetal, die den Menschen in der Region die Freude am Radfahren vermitteln möchte. Während Städte wie Münster sowieso viele Menschen auf die Sättel locken, ist das im Sauerland nicht ganz so einfach: Schließlich sind hier Höhenmeter zu bewältigen, für die mächtig in die Pedale getreten werden muss. Zumindest dann, wenn man noch kein E-Bike besitzt. Diese Fahrräder entlasten ihre Fahrerinnen und Fahrer bekanntlich enorm, werfen aber viele Fragen auf. Um diese zu beantworten, beteiligte sich das Team von „Fahrrad Haase“ mit einem Stand an der Aktion und erklärte, was beim Fahren mit den zugegebenermaßen nicht ganz billigen Bikes beachtet werden muss. Die interessierten Besucherinnen und Besucher konnten sich informieren und durften auch mal eine Runde durch den Freizeitpark radeln.

Doch die E-Bikes stehen trotz des Boomes nicht an der Spitze der Beliebtheitsskala, weiß Martin Werner zu berichten. Der Mitinhaber des neuen Fahrradgeschäftes an der Kölner Straße erklärt: „Das Interesse an Mountainbikes und Trekkingrädern ist besonders groß“. Auch Silja Hohmann schaut sich die mitgebrachten „Drahtesel“ interessiert an, denn die junge Frau besitzt nach eigenen Angaben noch kein ordentliches Rad. Wohl aber reichlich Erfahrung als Radfahrerin, denn während ihres Studiums im offenbar sehr fahrradfreundlichen Karlsruhe war es für sie ein wichtiges Verkehrsmittel. Verhältnisse wie im Volmetal kennt sie allerdings auch: „Ich bin in der Eifel aufgewachsen, da musste man schon hohe Berge hochfahren“, erinnert sich die Klimaschutzmanagerin.
Während mancher Besucher erste Runden auf seinem Traum-Bike dreht, genossen andere Gäste die musikalische Untermalung. Dazu traten die Bläserklasse der Kiersper Gesamtschule, die Musikgemeinschaft Kierspe und die stadtbekannte Musikerin Annette Gräfe an. Schützenschwestern und -brüder des ASV Kierspe haben eine Woche vor ihrem Schützenfest noch die Zeit gefunden, die Besucher mit kalten Getränken zu versorgen. Angesichts der sommerlichen Hitze hochwillkommen.

Der MSF Tornado trat mit einem Pizzastand an, die Kiersper Jugendfeuerwehr mit Popcorn und Zuckerwatte. Am Stand der AWO wurden Kinder zugunsten der KiTa „Bullerbü“ geschminkt. Besonders hoch im Kurs standen hier das mystische Motiv „Eisprinzessin“.
Auch Kierspes Bürgermeister Olaf Stelse war im Volmefreizeitpark anzutreffen. Als begeisterter Radfahrer kennt er die Situation in und um die Raukstadt sehr gut. Auch er würde es gerne sehen, wenn es mit dem Weiterbau des Volmetal-Radweges zügig weitergehen würde: „Das Geld steht zur Verfügung, im Moment ist Straßen.NRW gefordert“, erläutert Stelse, woran es seiner Ansicht nach noch hängt. Immerhin ist er zuversichtlich, dass zumindest die Ausführung zügig ablaufen könnte. Sein Ausflugstipp zum Radeln: „Feldwege, fernab der Bundesstraßen“. Die würde er vor allem zu den Hauptstoßzeiten nicht für Fahrradfahrer empfehlen.









