900 Veranstaltungen. Rund 3000 Besucher pro Jahr. Damit hat der Verein für Kommunikation und Kultur (KUK) seit seiner Gründung schätzungsweise 100.000 Menschen in Kierspe und Meinerzhagen erreicht. Seit 30 Jahren steht der Verein für Kabarett und Konzerte, Kindertheater und Kultur-Touren. Kurz: für ein hochwertiges Programm, das der Provinz Glanz verleiht. Am Samstag, 17. Oktober, feiert KUK sein 30-jähriges Bestehen.

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Markenzeichen für Kulturangebote

Im September 1996 hatte sich der Verein im Gesellschaftsraum der Stadthalle Meinerzhagen gegründet. Das wird am 17. Oktober, gefeiert – mit Mitgliedern, Sponsoren und Kulturinteressierten. Vorsitzender Rolf Muck hatte überschlägig nachgerechnet, was KUK seither auf die Beine gestellt hat. Das Ziel, „Kultur in beiden Volmestädten zu fördern“, so die Schlagzeile der lokalen Zeitungen zur Gründung, ist erreicht worden. Mit der Vielzahl von Angeboten, dem breiten Spektrum, das der Verein abdeckt, mit dem hochwertigen Programm ist KUK zu einem Standortfaktor fürs obere Volmetal geworden.

Der Verein löste die Kulturgemeinde Meinerzhagen /KGM) ab, die im Frühjahr 1996, ihr Ende ankündigte. Ein Theaterstück mit dem Schauspieler und Fernsehstar Hans-Joachim Kulenkampff (EWG – Einer wird gewinnen)war zum Desaster geworden.

Aus den Überlegungen zur Bildung einer „Interessengemeinschaft Kulturkreis Meinerzhagen-Kierspe“ hatte sich das Vereinskonzept ergeben. Alsbald kursierten Entwürfe für einen zu gründenden „Culture Club“ Kierspe-Meinerzhagen.  Schon im Frühjahr 1996 machte das Kürzel „KuK“ die Runde, das längst zum Markenzeichen für Kulturangebote geworden ist. Derweil wurde die Vereinsgründung vorbereitet. Mit dem Kulturkalender „KuK-mal“, der in einer Auflage von 10.000 Stück gedruckt werden und einen Überblick über die Kulturveranstaltungen in beiden Volme-Kommunen geben sollte, war ein Anfang gemacht. Die Akteure wollten die Region aus ihrem kulturellen Dornröschenschlaf erwecken.

Ziel war einst nur Hilfestellung

25 Gründungsmitglieder hatten 1996 die Satzung beschlossen und damit den „Verein zur Förderung von Kommunikation und Kultur in Kierspe/Meinerzhagen e.V.“, kurz KUK, aus der Taufe gehoben. Ziel war zunächst, Hilfestellung für Veranstalter bieten, etwa bei der Koordination kultureller Angebote und der organisatorischen Unterstützung von Anbietern. Kommunikation sollte im Vordergrund stehen. Als letzter Punkt wird aufgeführt, was längst den KUK-Markenkern ausmacht: „Erweiterung des kulturellen Angebotes durch eigene Veranstaltungen.“

Das Neujahrskonzert, 1999 eine Premiere, wurde zum Fixpunkt im KUK-Programm. Mit den eigenen Veranstaltungen wurde der Verein bekannter, das Angebot besser, höherwertiger. Unter dem Motto „Mit KUK auf 180“ startete der Verein eine Mitglieder-Werbung. Den Beitrag konnte jeder selbst festlagen, um Hürden niedrig zu halten. Die „180“ stand für Bewegung, wie der beschleunigte Puls beim Sport oder aufregenden Events.

Das Neujahrskonzert wurde zum Fixpunkt im KUK-Programm.
Foto: Rüdiger Kahlke

Was die großen Namen und Niveau angeht, kann KUK längst mit dem Angebot in Großstädten mithalten. Musiker wie Weltstar Hermann van Veen, „dem es in Meinerzhagen gut gefallen hat“, wie Ex-Vorsitzender Herbert Langenohl sich lebhaft erinnert, Götz Alsmann, Peter Herbolzheimer mit dem Bundesjugend-Jazzorchester, der international bekannte Pianist und Komiker Hanns Liberg oder die Jazz-Sängerin Marla Glen begeisterten die Volmetaler. Kabarettist Hagen Rether fand das KUK-Konzept so gut, dass er Mitglied im Verein wurde. Kabarett-Größen wie Jürgen Becker, Wilfried Schmickler oder, früher, Volker Pispers, waren  wiederholt Gäste im PZ Kierspe oder der Stadthalle Meinerzhagen. Politiker wie Gregor Gysi, Wolfgang Bosbach, Norbert Walter-Borjahns oder Robert Habeck füllten hier Säle.

Akteur und Wirtschaftsfaktor

Sichtbare Erfolge, große Resonanz. Aber: Besuchern der KUK-Veranstaltungen ist kaum bewusst wie viel Arbeit ein Neujahrskonzert, ein Kabarett-Auftritt im Vorfeld bedeutet: Auswahl des Programms oder der Künstler und Künstlerinnen, Spielstätte reservieren, Verträge abschließen, Buchungen der Technik und des Hotels für die Akteure, An- und Abreise organisieren, Öffentlichkeitsarbeit, Plakate und Tickets drucken und verteilen, Sonderwünsche der Künstler wie ein bestimmtes Mineralwasser oder Cateringwünsche berücksichtigen. Doris Busch, ehemalige Finanzchefin bei KUK, erinnert sich an eine Veranstaltung, für die sie „einen fünfstelligen Betrag in einer vorgegebenen Stückelung in bar übergeben musste.“

KUK ist kultureller Akteur, aber auch ein Wirtschaftsfaktor, ist Arbeitgeber und Auftraggeber für Künstler, Bühnentechnik, Werbeagenturen, Caterer und selbst auch Steuerzahler. Immer wieder haben die Vorsitzenden darauf hingewiesen, „dass die Sponsoren uns zumindest finanziell den Rücken freihalten.“

2021 erhielt der KUK-Verein den Heimatpreis des Märkischen Kreises.
Foto: Rüdiger Kahlke

Die Hoffnung lebt

Probleme gibt es dennoch. Das größte, so Vorsitzender Rolf Muck: „Wir brauchen neue Mitarbeiter.“ Er selbst will den Job noch eine Wahlperiode, bis 2028, machen. Dann „steht ein großer Wechsel an“, sagt er. Einige im Team steuerten „auf die 80 zu“. Er hoffe, „dass sich Menschen finden, die das weitermachen.“ Ein gewisses Interesse gebe es, das reiche aber noch nicht aus.

Dazu kommen steigende Kosten. Besonders spürbar werde das bei den Bus-Preisen für KUK-Tours, aber auch bei Honoraren und Energie. Der Vorsitzende möchte einen Unterstützerkreis etablieren, der jährlich einen gewissen Betrag zusichert. „Sehr gespannt“ ist Muck auch, wie es mit der Stadthalle weitergeht, wann sie als zentraler Veranstaltungsort wieder zur Verfügung steht.

Bedenken gab es auch schon 2021. Die Befürchtungen, dass das 25-jährige Bestehen das letzte KUK-Jubiläum sein könnte, teilte der damalige Vorsitzende Karl-Heinz Kraus jedenfalls nicht. „Es finden sich immer wieder Leute“, sah er neben erfolgreicher Geschichte auch eine Zukunft für KUK. Darauf hoffen auch Rolf Muck und sein KUK-Team.

INFO

  • Die KUK-Geburtstagsfeier am 17. Oktober beginnt um 17 Uhr im PZ der Gesamtschule Kierpe.
  • Heimische Kunstschaffende sorgen, moderiert von Martina Schnerr-Bille, für das Programm.
  • Das Programm beginnt um 19.30 Uhr.
  • Food-Trucks sorgen für Verpflegung, der Förderverein der Gesamtschule für Getränke.
  • Der Eintritt ist kostenlos.
  • Für KUK-Mitglieder gibt es ein kleines „Geschenk“. Damit will sich der Verein für die langjährige Unterstützung bei den Mitgliedern und Sponsoren bedanken, deren Beiträge das Programm erst möglich machen.